• „Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Das ist beeindruckend“, schwärmt Angreifer Lukas Spalvis nach dem tollen Empfang beim Trainingsauftakt des 1. FC Kaiserslautern. 1500 Fans feiern den neuen Kader des Drittligisten und sorgen bei Co-Trainer Alexander Bugera für ein „Gänsehautgefühl“. Drei oder vier Planstellen will Sportvorstand Martin Bader noch besetzen.


    „Dick, Dick, Dick!“ Ein Beifallssturm, Sprechchöre. 1500 Zuschauer feiern beim Trainingsauftakt des Zweitliga-Absteigers 1. FC Kaiserslautern den aus Bielefeld heimgekehrten Florian Dick. Erst eine Stunde nach den ersten 90 Trainingsminuten der neuen Saison hat der Publikumsliebling und designierte neue Kapitän seinen Begrüßungsmarathon strahlend bewältigt. Als er in der Kabine ankommt, sind viele seiner neuen Kollegen schon daheim. „Dritte Liga, das ist Kampf, das ist Leidenschaft“, sagt Dick. Für die Tugenden steht er. Und übt sich in Zuversicht: „Das sind alles gute Jungs!“

    „Absolut faszinierend, was hier los ist“, schwärmt Martin Bader, ehe er zum Interview mit Stadionsprecher Horst Schömbs geht, der den Auftakt moderiert, den neuen Kader vorstellt. Die Kulisse ist bundesligareif, rund um den Platz sind Verpflegungsstände aufgebaut. Am Morgen um 11 Uhr hat Trainer Frontzeck seinen Kader begrüßt, zum Mittagessen treffen Mannschaft und alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Nachwuchsleistungszentrums zusammen. Martin Bader beschwört das Miteinander auf einem schweren Weg. All das hat Stil – ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Mannschaft ohne offizielle Begrüßung losrumpelte. Tote Hose im Bauerntheater! Symbolisch – am Ende stand der Abstieg.

    „Schön, dass wir nicht alleine sind“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Klatt mit Blick auf die stimmungsvolle Kulisse. Die Mannschaft und das Trainerteam werden mit Beifall begrüßt. „Großes Kompliment! Ich bin fasziniert, wie viele treue Zuschauer wir haben. Das gibt der Mannschaft ein Gefühl, was es bedeutet, für diesen Verein Fußball spielen zu dürfen“, ruft Bader, der „Trauer und Wut“ nach dem bitteren Abstieg verarbeitet sieht. Der Blick geht ausschließlich nach vorne. „Wir haben Wert darauf gelegt, dass der eine oder andere zurückgekommen ist“, sagt der Sportchef mit Hinweis auf „Flo“ Dick, Florian Pick und Hendrick Zuck.

    „Mit Demut und Respekt“ müsse der FCK an die Dritte Liga herangehen, in der siebenwöchigen Vorbereitung den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen, sagt Bader. Ganz wichtig ist dem Coach das erste Trainingslager, das nächsten Sonntag in Herxheim bezogen wird. Drei Einheiten täglich kündigt Michael Frontzeck für das Lauf-Trainingslager an, in dem die „Basics“ erarbeitet werden sollen. „Ein sehr knackiges Programm“, verspricht der Coach seinen Jungs.

    „Wir wollen der Region zeigen, dass wir in der Pfalz zu Hause sind“, betont Bader mit Blick auf die Tage in der Südpfalz. Der Schulterschluss ist Programm. Der zwölfte Mann spielt eine Hauptrolle beim FCK 2018.

    Der tolle Empfang der Mannschaft begeistert auch den Trainer. „Wahnsinn“, schwärmt Frontzeck, der die gute Stimmung schon bei der Außerordentlichen Jahreshauptversammlung wahrgenommen hat. „Es gab kein böses Wort! Alle sind positiv, alle blicken nach vorne ...“

    Der Star des Tages aber ist Florian Dick. Der 33-Jährige hat sich in 208 Pflichtspieleinsätzen im Dress der Roten Teufel Respekt erarbeitet. Er hat die Herzen vieler Menschen gewonnen – als Musterprofi, als einer, der immer alles gibt. Ein Profi zum Anfassen. „Ich freue mich riesig, dass ich wieder hier bin. Es ist, wie wenn man nach Hause kommt. Ich bin wieder daheim“, sagt Dick schweißgebadet nach der ersten Trainingseinheit. „Hier ist das Wetter besser als in Bielefeld, ich hab’ mich auch auf mehr Sonne gefreut“, sagt Dick, der ein „gutes Gefühl“ für die Zukunft des FCK hat. „Was hier los ist, das ist Wahnsinn“, schwärmt der Offensivverteidiger, überzeugt vom Fachverstand der Sportlichen Führung, begeistert von der Treue der Fans: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann wird es ein geiles Jahr!“ Dazu will auch Lukas Spalvis beitragen. Er hat einen Vierjahresvertrag unterschrieben. „Die Unterschrift war ligaunabhängig. Wir fühlen uns hier wohl, hier kann was Großes wachsen“, sagt der Stürmer.

    Der Kader

    Tor: Lennart Grill (19; bisher FCK U19), Jan-Ole Sievers (23). Eine Planstelle ist offen.

    Aus der U 19 trainiert mit: Lukas Otto (17).

    Abwehr: Flavius Botiseriu (19; bisher FCK U19), Florian Dick (33; bisher Arminia Bielefeld), André Hainault (32; bisher 1. FC Magdeburg), Janek Sternberg (25; bisher Ferencváros Budapest). Zwei Planstellen sind offen.

    Aus der U21 trainieren mit: Mario Andric (20), Lukas Gottwalt (20)

    Mittelfeld: Mads Albaek (28), Halil Altintop (35), Theodor Bergmann (21; bisher Rot-Weiß Erfurt), Gino Fechner (20), Christoph Hemlein (27; bisher Arminia Bielefeld), Jan Löhmannsröben (27; bisher FC Carl Zeiss Jena), Florian Pick (22; war an 1. FC Magdeburg ausgeliehen), Hendrick Zuck (27; bisher Eintracht Braunschweig), Carlo Sickinger (20; bisher FCK U21).

    Aus der U 21 trainiert mit: Mohamed Morabet (20).

    Angriff: Julius Biada (25; bisher Eintracht Braunschweig), Dylan Esmel (20; bisher FCK U21), Elias Huth (21; bisher als Leihgabe von Hannover 96 bei Rot-Weiß Erfurt), Lukas Spalvis (23). Eine Planstelle ist offen.

    Aus der U21 trainiert mit: Christian Kühlwetter (22).

    Abgänge: Joel Abu Hana, Manfred Osei Kwadwo (beide 1. FC Magdeburg), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (nach Ausleihe zurück zum FC Augsburg), Maximilian Dittgen (SV Wehen Wiesbaden, war 2017/18 ausgeliehen), Leon Guwara (FC Utrecht, war von Werder Bremen ausgeliehen), Ruben Jenssen (nach Ausleihe zurück zum FC Groningen), Giuliano Modica (SV Wehen Wiesbaden), Christoph Moritz (Hamburger SV), Marius Müller (nach Ausleihe zurück zu RB Leipzig), Phillipp Mwene (1. FSV Mainz 05), Osayamen Osawe (FC Ingolstadt 04), Nils Seufert (Arminia Bielefeld), Nicklas Shipnoski (SV Wehen Wiesbaden)

    Noch ohne neuen Verein: Sebastian Andersson, Brandon Borrello, Marcel Correia, Gervane Kastaneer, Daniel Halfar, Torben Müsel, Kacper Przybylko, David Tomic, Stipe Vucur, Patrick Ziegler.

    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 3

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    Wobei man auch sagen muss, dass z.B. in Zwickau auch 1000 Leute beim Trainingsauftakt waren. Schmälert nicht unsere Zahl, find es geil, aber andere sind da ähnlich dabei...
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    Botiseriu hat sich jedenfalls schonmal Vucurs Numemr geschnappt :D
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    Es ist halt ein besonderer Verein. Umso ärgerlicher die strategischen Fehlentscheidungen vor 2 Jahren. Für diese Saison heißt es einfach nur Daumen drücken.