• Der 1. FC Kaiserslautern wird in der Dritten Liga den Gürtel gehörig enger schnallen müssen. Den großen Kostenfaktor, der auf einen Schlag den Etat entlastet, gibt es jedoch nicht. Vielmehr muss an allen Ecken und Enden gespart werden, kommen Kleinigkeiten auf den Prüfstand.
    Knapp 40 Millionen Euro betrug der Etat in der Zweiten Liga, in der Dritten Liga werden es noch 15 Millionen Euro sein, wie Michael Klatt, Vorstandsvorsitzender des FCK, ausführt. Davon entfallen knapp zehn Millionen Euro auf den Profisport – je zur Hälfte auf den Spieleretat und den Spielbetrieb. Zu dem gehören Stadionunterhaltung, Ordner und Sicherheitsdienst, Reisen und Übernachtungen der Mannschaft.

    Im Stadion werden nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden die Einsparungen auf den ersten Blick sichtbar sein. So werde die Osttribüne bei Heimspielen bis auf den Gästeblock nicht geöffnet. Der Kinderblock ziehe um, sei künftig gleich nebenan auf der Südtribüne. Klatt bittet um Verständnis bei den Fans. Durch die Schließung der Osttribüne spare der Verein Ausgaben für Ordner und Sicherheitsdienst. Dauerkartenbesitzer, die hier saßen, würden angeschrieben, ihnen würden Plätze auf der Süd- und Nordtribüne angeboten – wobei die Oberränge der Südtribüne wie schon in der Zweiten Liga geschlossen blieben.

    Sparen will Klatt ebenfalls bei den Öffnungszeiten des Fritz-Walter-Stadions an Spieltagen. Statt zwei Stunden vor Anpfiff soll nun erst 90 Minuten vor Spielbeginn das Stadion geöffnet werden. Die halbe Stunde rechne sich, bei 600 Leuten, die bezahlt werden müssen, und 19 Heimspielen komme so eine ordentliche Summe zusammen. Auch in der Gastronomie müssten die Kapazitäten an die Dritte Liga angepasst werden.

    Bei den Sparmaßnahmen setzt Klatt auf die Mithilfe und das Verständnis der Fans. Er nennt das Stichwort Self Service. So wie bei der Lufthansa am Flughafen heute die Passagiere ihr Ticket am Automaten ziehen und nicht mehr in der Schlange stehen, so solle auch beim FCKverstärkt Digitalisierung Einzug halten. Es gebe Onlinetickets zum Ausdrucken oder Handytickets. Um eine Karte zu bestellen, müsse man nicht unbedingt beim FCK anrufen, sagt Klatt.

    Was die Geschäftsstelle angeht, so müsse man über eine Kürzung der Öffnungszeiten nachdenken. Der FCK wolle sie auch weiterhin täglich öffnen, aber nicht mehr jeden Tag von 9 bis 17 Uhr.

    „Wir befinden uns in einem Überlebenskampf und hoffen, dass die Fans das verstehen“, betont er – und führt aus, dass der FCK noch mehr als bisher auf seine treuen Anhänger setzt. Die Fanclubs beispielsweise könnten Aufgaben wie Mitgliederwerbung übernehmen.

    Was Anfragen für Tombolas angeht, werde der Verein kürzer treten, er werde beim Altstadtfest kleiner werden. Dennoch werde der FCK seiner sozialen Verantwortung gerecht werden und beispielsweise einen Botschafter für die Aktion „Mama/Papa hat Krebs“ finden.

    Bei der Mannschaft gibt es in Sachen Übernachtungen und Fahrt zu den Auswärtsspielen wenig Einsparpotenzial. Schon in der Zweiten Liga habe es „keine Übernachtungen im Fünf-Sterne-Hotel“ gegeben, die meisten Fahrten seien per Bus erfolgt. Das werde in der Dritten Liga ebenso sein, wenngleich bei sehr weiten Anreisen auf das Flugzeug umgestiegen werden könne.

    Trainingslager werden laut Klatt wieder regional sein: „Es findet ein Trainingslager in der Pfalz statt, ebenso gibt es viele Testspiele in der Region. Dadurch wird der FCK greifbar und erlebbar.“

    Die Sparmaßnahmen machen vor dem Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof nicht Halt, wobei hier sehr behutsam vorgegangen werden müsse, so der Vorstandsvorsitzende. Der Nachwuchs sei das sportliche Potenzial des FCK. Der Verein werde sparen, indem er den Kader der Zweiten Mannschaft reduziert, die in der kommenden Runde als U21 starten werde.

    Was den Zuschauerschnitt in der Dritten Liga angeht, so ist nach den Worten Klatts eine Kalkulation sehr schwierig. Zum einen hänge alles von einem sportlich guten Start ab. Zum anderen komme es auf die Zusammensetzung der Dritten Liga an. Erst nach den Relegationsspielen stehe fest, ob Karlsruhe, Saarbrücken oder Mannheim dabei sind. Alle drei Teams wären attraktive Gegner für den FCK, gegen Waldhof kann sich Klatt ein mit 30.000 Zuschauern gefülltes Fritz-Walter-Stadion vorstellen.

    Nicht gespart wird beim Öffentlichen Personennahverkehr. Eintrittskarten für Heimspiele gelten weiter als VRN-Ticket, auch das Park-und-Ride-System in der Stadt werde beibehalten, so Klatt. Das sei der FCK seinen Fans schuldig, vor denen er den Hut ziehe. „Wie sie uns aus der Zweiten Liga verabschiedet haben, das ist einmalig.“

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    Leserbrief

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      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 50

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    Ich würde mich auf die Spiele gegen Mannheim, falls es soweit kommt, freuen... Es gibt doch nichts besseres als ein Derby, wo es 90 Minuten zu Sache geht. Aber solche Derbys gibt's wohl nur noch in der Kreisklasse. Diese ganzen ausländischen Spieler…
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    Ja, der KSC hatte zB das Glück, dass es viele Auswärtsspiele waren. Das kann uns natürlich anders treffen. Von daher bin ich sehr auf die Rele zu L3 gespannt. Dann ein wenig Glück bei der Spieltagsansetzung und dann hätten wir eine gute Grundlage.
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    Wenn man sich den Spielplan betrachtet merkt man schnell dass es einige Abendspiele gibt Und 60 an nem Abend ist wesentlich schlechter als am Wochenende.. Deshalb nachvollziehbar besser dass Saarbrücken es machen würde.
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    und wenn ich den KSC sehe, der hatte doch den überwiegenden Teil der HS um 14.00 am So oder Sa... oder sehe ich das falsch die-neue-welle.de/all/71-ksc/8…-spielplan-2016-2017.html
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    Ich schilderte meine Erfahrung aus den Spielen in Aalen. und bzgl der Abendspiele hast du recht...