• Auch nach zehn Jahren ist das Überleben in der Dritten Fußball-Liga schwierig

    Frankfurt. Schwierige Drittklassigkeit: Der DFB wirbt für seine dritte Liga mit „ambitionierten Clubs, Tradition, Spannung und sportlicher Qualität“ und Slogans wie: „Entweder man wirbelt Staub auf oder man frisst ihn.“ Finanziell gesehen ist es eher so, dass immer wieder Vereine ins Gras beißen.
    ​Die oft als Pleiteliga bezeichnete Dritte Fußball-Liga hat auch in diesem Jahr ihre Opfer gefordert. Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC beantragten Insolvenz und folgen damit dem FSV Frankfurt und VfR Aalen, die es im Vorjahr erwischt hatte.

    Für die Vereine ist das Überleben unter Profibedingungen unterhalb der Ersten und Zweiten Bundesliga auch nach zehn Jahren ein Balanceakt. Ein Financial Fairplay soll nun Besserung bringen. „Zu wenig Vereine betrachten die Dritte Liga als ihr natürliches Zuhause“, sagt Michael W. Schwetje, Geschäftsführer von Fortuna Köln. Das Grundübel der Misere sei aber, dass so manche Vereine „mehr ausgeben als einnehmen.“

    Der 1. FC Magdeburg und der SC Paderborn sind der ungeliebten Spielklasse erstmal entkommen. Als dritter Aufsteiger könnte es der Karlsruher SC in der Relegation gegen Erzgebirge Aue schaffen. Der Weg nach oben wird auch in der neuen Saison nicht einfacher: Traditionsklubs wie 1860 München, Waldhof Mannheim und KFC Uerdingen drängen von unten nach. Mit dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig kommen zwei Zugnummern von oben. Der FCK peilt den Wiederaufstieg an, finanziell kann er sich die Dritte Liga angesichts geringer TV-Einnahmen kaum länger als eine Spielzeit leisten.

    „Die finanzielle Ausstattung durch die Zentralvermarktung hat sich grundsätzlich verbessert“, sagt Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und zuständig für das Zulassungsverfahren der Dritten Liga. Er verweist dabei auch auf die Verträge mit Telekom und Bwin. „Der Gesamtertrag pro Club betrug durchschnittlich etwa neun Millionen Euro pro Saison. 2018/2019 werden wir bei etwa acht Millionen landen.“ Diese Etats seien damit höher als im Durchschnitt in der Handball- oder Basketball-Bundesliga. Ein ambitionierter Klub wie der Karlsruher SC hatte allerdings einen Umsatz von 22 Millionen Euro.

    Der Lizenzspieler-Etat liege bei unter 50 Prozent, „was grundsätzlich ein gesunder Anteil ist“, findet Hartmann. Man arbeite an Lösungen, die beinhalten, dass die Vereine nachhaltig wirtschaften. Dafür wurde auch eine Arbeitsgruppe Financial Fairplay gegründet, Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

    Ein Problem: Die Vereine, die eine Lizenz beantragen, müssen ihre Liquidität für eine Saison nachweisen. Die Höhe der Verbindlichkeiten spielen nur im Hinblick auf die bis Runden-Ende fälligen Raten eine Rolle – aus juristischen Gründen. Für hoch verschuldete Klubs ist es also eine Gratwanderung. So musste Erfurt mit acht Millionen Euro rote Zahlen die Segel streichen.

    Im Durchschnitt sehen etwa 6000 Zuschauer eine Drittliga-Partie. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Medienrechten liegen deutlich niedriger als in der bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) angesiedelten Zweiten Liga (zuletzt insgesamt 180 Millionen) – in der kommenden Spielzeit bei knapp 1,3 Millionen Euro pro Verein.dpa
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

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