• Dritte Liga. Was vor einigen Jahren noch undenkbar erschien, ist bittere Realität. Unter den 20 Teams, die ab Ende Juli um den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga wetteifern, ist auch der 1. FC Kaiserslautern zu finden. Eine Tatsache. Ebenso unumstößlich sind die FCK-Fans, die zu ihrem Verein stehen.
    ​ Wer die Treppen unter dem Block 7 der Westtribüne im Fritz-Walter-Stadion mit dem Ziel Geschäftsstelle hochsteigt, wird noch einmal ganz plakativ an die vergangenen Erfolge der Roten Teufel erinnert. Die Wände des Treppenhauses zieren großflächige, fotorealistische Wandmalereien der Erfolge des Vereins.

    Hinter der Tür zur Geschäftsstelle ist die Realität greifbar. „Die Drittklassigkeit bedeutet den sportlichen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte.“ Christoph Schneller, der Fanbeauftragte des FCK, nennt die Dinge beim Namen. Warum auch nicht? Er fügt aber im gleichen Atemzug hinzu, dass unter den Fans eine „Jetzt erst recht“-Stimmung zu finden ist, vergleichbar der Gemütslage, die nach dem ersten Bundesligaabstieg 1996 geherrscht habe. Aus Sicht Schnellers auch ein Verdienst der Mannschaft, die in der Rückrunde stellenweise kämpferischen Fußball gezeigt habe. „Damit konnten sich die Fans identifizieren.“

    „Beschissen.“ Volker Süß nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, seinen Gemütszustand nach dem bereits seit gut zwei Wochen feststehenden Abstiegs zu beschreiben. Der 39-Jährige wohnt in Erfenbach und ist seit 2001, dem Gründungsjahr, der Vorsitzende des FCK-Fanclubs „Böhse Teufel“. „An uns Fans hat es nicht gelegen.“ In den vergangenen Wochen hätten viele Anhänger, auch aus den Reihen der rund 50 Köpfe zählenden „Böhsen Teufel“ alles dafür getan, dass der FCK drin bleibt in Liga zwei.

    Auf dieses Engagement, auf diese Einstellung der Fans, den Verein nach Leibeskräften zu unterstützen, hofft der Fanbeauftragte auch in Liga drei. „Ich gehe davon aus, dass die Fangemeinde da weitermacht, wo sie aufgehört hat“, sagt Schneller. Denn: Unterstützung wird auch weiterhin dringend gebraucht. „Die Dritte Liga wird kein Selbstläufer“, unterstreicht Schneller. 38 Pflichtspiele – die Dritte Liga umfasst 20 Teams – stehen auf dem Programm, darunter befinden sich auch Begegnungen, die es in der FCK-Geschichte noch nicht gegeben hat. „Wir haben noch nie ein Pflichtspiel gegen Lotte oder Großaspach gespielt“, zählt Schneller auf.

    Die Stimmung bei den „Böhsen Teufel“ ist im Moment noch „gedätscht“, wie Volker Süß zugibt, aber FCK-Fans wären nicht FCK-Fans, wenn sie sich nicht kämpferisch geben. „Wir sind der FCK. Es ist ein geiler Verein mit einem geilen Publikum“, unterstreicht Süß.

    Rund 20.000 Fans sind laut Schneller in rund 400 Fanclubs organisiert, die zehn Fanregionen zugeordnet werden. Zur Basis hält der FCK Kontakt durch regelmäßige Treffen mit den Vorständen der Fanregionen, so etwa jüngst in der vergangenen Woche. Und die Kampagne „#merpaggens“ sei auch „von den Fans von innen heraus erarbeitet worden“, unterstreicht Schneller.

    Und wenn der Spielplan für Liga drei mal steht, dann beginnen auch bei den „Böhsen Teufel“ die Planungen für Auswärtsfahrten, blickt Süß voraus. Auch, wenn er sich das im Moment noch nicht ganz vorstellen kann. „Die Wunden sind noch nicht verheilt.“ Aber der Heilungsprozess hat begonnen. Nach dem Spiel in Bielefeld habe er sich im Fanshop eine zweite Fahne gekauft und die auch an seinem Haus aufgehängt. „Ich musste was tun.“ Die Aktion „Flagge zeigen“ werde auch vom Fanclub unterstützt: Jedes Mitglied, das flaggt, erhalte die Hälfte des Kaufpreises der Fahne.

    Und spätestens Anfang August – sollte der FCK nicht sogar am letzten Juli-Wochenende mit einem Heimspiel in die Saison starten – steigen Hunderte von Fans die Stufen zum Block 7 hoch, ziehen vorbei an den Bildern aus glorreichen, aus besseren Zeiten. Und wollen die Zukunft des FCK mitgestalten. Lautstark.

    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

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