• Das abgestiegene Zweitliga-Schlusslicht FCK siegt beim Saisonfinale 3:1 in Ingolstadt – Sievers und Mwene ganz stark

    Begleitet von wehenden Fahnen der lautstarken Anhänger im rot-weißen Fanblock hat sich der schon vor dem letzten Spieltag als abgestiegenes Schlusslicht feststehende 1. FC Kaiserslautern aus der Zweiten Fußball-Bundesliga verabschiedet. Mit 3:1 (2:0) gewann der FCK gestern beim FC Ingolstadt.
    Jan-Ole Sievers durfte sich im Audi-Sportpark als Nummer 1 für das Lauterer Drittliga-Tor empfehlen. Der 23-Jährige machte es gut. Den ersten Abschluss von Urgestein Moritz Hartmann, den der FCI nach neun Jahren vor dem Abpfiff verabschiedete, griff sich Sievers sicher (3.). Glück für den Lauterer Schlussmann, dass Robert Leipertz völlig frei vor ihm ausrutschte, als die Abseitsfalle nicht zuschnappte (18.). Sekunden später tauchte Thomas Pledl vor Sievers auf, der mit Fußabwehr parierte. Großartig Sievers’ Parade bei Marvin Matips Kopfball nach Sonny Kittels feinem Freistoß (34.). Unschuldig am Gegentreffer, zeigte sich Sievers auch als guter Mitspieler, klärte in der 70. Minute gedankenschnell vor Hartmann. Der FCK spielte gut aus der Abwehr heraus, im Mittelfeld strukturierte Mads Albaek im Zusammenwirken mit Gino Fechner das Spiel. Im letzten Drittel aber ging zunächst nichts, obwohl der Ex-Lauterer Marco Knaller im FCI-Tor mit fußballerischen Unzulänglichkeiten den Gästen entgegenkam.

    Einen ersten Warnschuss Albaeks packte sich Knaller (37.), dann schlug Phillipp Mwene in seinem mutmaßlich letzten Spiel im FCK-Dress zu. Nach einem Sololauf Leon Guwaras über 60 Meter setzte Mwene den Ball zum Führungstor ins Netz (40.). 120 Sekunden später vollstreckte Mwene nach Doppelpass mit Sebastian Andersson zum 2:0. Es war der vierte Saisontreffer des 24-Jährigen, der sich in seinem zweiten Jahr bei den Roten Teufeln so gut entwickelt hat. Er wird angesichts seines nach dem Abstieg ungültigen Vertrages kaum in der Pfalz bleiben, um mit dem FCK Dritte Liga zu spielen. Dennoch wollte er „das letzte Spiel abwarten, um Gespräche zu führen“. Mit seinem Auftritt gestern hat der flinke Außenbahnspieler seine Verhandlungsposition nicht gerade verschlechtert. Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel nutzte Sebastian Andersson eine Mwene-Flanke zum 3:0. Es war der zwölfte Saisontreffer des Schweden, der wohl ebenfalls seine Abschiedsvorstellung gab, gute Angebote anderer Klubs haben dürfte.

    Für ein Lebenszeichen der „Schanzer“ sorgte der Ex-Lauterer Marcel Gaus mit dem 1:3 (49.). Zehn Minuten später rutschte Pledl an einer Eingabe Hartmanns vorbei. Lautern im Glück. Über 2000 Fans des FCK sorgten für Betze-Atmosphäre. Das rot-weiße Fahnenmeer – beeindruckend. Dazu die plakative Botschaft: „So lange es in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK.“ Weniger schön der folgende Pyro-Auftritt, der den FCK Geld kostet, das er besser in die Mannschaft investieren würde. Nett der Empfang in Ingolstadt: „Komm bald wieder FCK“. So lautete die Botschaft aus dem Fanblock des FCI. Mit 35 Punkten steigt der FCK als Tabellenletzter ab. „In 15 Rückrundenspielen unter Michael Frontzeck haben wir 23 Punkte geholt, es ist mir ein Rätsel, wie du so eine Hinrunde spielen konntest“, sagte Sportvorstand Martin Bader, wie Frontzeck seit 1. Februar im Amt. „Die desaströse Hinrunde“, konstatierte Andersson, „hat die ganze Saison zerstört“.



    So spielten sie

    FC Ingolstadt 04: Knaller - Ananou, Matip, Neumann (76. Wahl), Gaus - Schröck, Cohen (46. Christiansen) - Pledl, Kittel, Leipertz (46. Kutschke) - Hartmann

    1. FC Kaiserslautern: Sievers - Kessel, Correia (70. Ziegler), Vucur, Guwara - Mwene, Fechner, Albaek, Jenssen (80. Altintop) - Andersson (84. Moritz), Osawe

    Tore: 0:1 Mwene (40.), 0:2 Mwene (42.), 0:3 Andersson (47.), 1:3 Gaus (49.)

    Beste Spieler: Hartmann, Kittel - Sievers, Mwene, Andersson, Vucur

    Zuschauer: 11.721

    Schiedsrichter: Waschitzki (Essen)
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

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