• Eine Hommage an den 1. FC Kaiserslautern
    Ein Spiel wird im Kopf entschieden. Fußballer wissen das. Sie glauben an das Irrationale. Deshalb pflegen sie seltsame Macken. Lauterns niederländischer Stürmer Ko Prins, einer der ersten Ausländer in der Bundesliga, spielte gern mit herunterhängenden Stutzen. Es sollte Glück bringen.

    Auch Fans pflegen ihre Macken, so wie ich. Es war 1991 und Kaiserslautern spielte überraschend um die deutsche Meisterschaft. Mein Klub hatte in der Saison kein Auswahlspiel verloren, wenn ich auch im Stadion mit dabei war. Vor der wichtigen Partie bei Fortuna Düsseldorf drei Spieltage vor Schluss war ich mir deshalb sehr kurzentschlossen sicher. Ich muss mit.

    Der Wagen war binnen Minuten startklar. Aber wie muss ich eigentlich fahren? Nicht ganz einfach im Zeitalter vor GPS und Navi. Und so wählte ich als Straßenkarte meinen Schulatlas. Ging nicht anders damals. Musste schnell gehen.

    Und was soll ich sagen: Hat geholfen. Lautern wurde Meister. Lange her. Nun muss der Klub erstmals in der Geschichte wohl in die dritte Liga. Und ich? Glaube, gehe mal wieder in den Keller, um in alten Bücherkisten zu kramen. Irgendwo muss er doch stecken, dieser alte Westermann-Schulatlas. Mein Gefühl sagt mir, es wäre mal wieder an der Zeit mit ein paar Freunden zu grillen. Gerade jetzt nach dem quasi besiegelten Abstieg in die dritte Liga. Vielleicht hilft ja ein wenig Aberglaube und Erinnerungen daran, was von Lautern sonst noch übrig bleiben wird.

    (...)

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