• Nach dem 2:3 am Freitag bei den erstarkten Bochumern scheint der erste Abstieg des 1. FC Kaiserslautern aus der Zweiten Liga nun wirklich kaum noch abwendbar.

    Dessen ungeachtet imponiert der FCK mit großem Kampf.
    ​ Die dringend nötigen Punkte gab es nicht. Allein aufmunternder, kämpferisch-trotziger Applaus der 3000 mitgereisten Anhänger war der Lohn für großen Kampf: Ausgelaugt und niedergeschlagen standen die Fußballprofis des Zweitliga-Letzten 1. FC Kaiserslautern nach dem 2:3 (1:2) im Freitagskrimi beim VfL Bochum vor ihren Fans.

    Man applaudierte sich gegenseitig. Seit einigen Wochen wird das Wir-Gefühl zwischen Anhängern und Mannschaft stärker und stärker. Auch wenn die unsinnige Pyrotechnik-Einlage einiger FCK-Block-Besucher in Bochum den dauerklammen Verein wieder einige Tausend Euro kosten wird: Die Mühen der Mannschaft, die ein gutes halbes Jahr brauchte, um wirklich eine zu werden, werden von den Anhängern honoriert. Trotzdem ist der erste Abstieg des FCK aus der Zweiten Liga nun wirklich kaum noch abwendbar. Zu unrealistisch erscheint es, dass die Lauterer ihre beiden Heimspiele gegen Dresden und Heidenheim sowie die Auswärtspartien in Bielefeld und Ingolstadt allesamt gewinnen; nur vier Siege in den letzten vier Partien würden dem FCK noch wirklich weiterhelfen.

    „Wir werden bis zum Schluss alles raushauen“, betonte FCK-Torwart Marius Müller nach der knappen Niederlage in der packenden, für die 23.042 Zuschauer im gut gefüllten Bochumer Vonovia-Ruhrstadion höchst unterhaltsamen Partie. „Ich will mir nicht später selbst vorwerfen müssen, nicht alles getan zu haben“, sagte Müller, „solange es noch Möglichkeiten gibt, müssen wir alles dafür geben, die zu nutzen.“

    In Bochum geriet der FCK erneut durch Schludrigkeiten und Unaufmerksamkeiten beim Verteidigen von Eckbällen in Rückstand. So durfte sich Lukas Hinterseer, der Neffe des Schlagersängers Hansi Hinterseer, über seinen zwölften Saisontreffer freuen: Wie beim ersten Gegentor beim 1:2 in Aue vernachlässigten die Lauterer die Position am zweiten Pfosten völlig, der freistehende Österreicher vollstreckte zum 1:1 (18.).

    Nach einer weiteren Ecke des am Freitag überragenden Ex-Lauterers Kevin Stöger köpfte Osayamen Osawe, der defensiv zu oft arg schlafmützige Angreifer, den Ball ins eigene Tor (27.), Bochum führte 2:1. Das frühe 1:0 (7.) der Lauterer durch den ersten Treffer Halil Altintops beim ersten Startelf-Einsatz nach seiner Rückkehr zum FCK war dahin. Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker, wie sein Kumpel Altintop im Januar zum FCK gekommen, ärgerte sich sehr über „leider dumme Gegentore“. Mit dem 3:2-Siegtreffer (81.) zum vierten Erfolg in Serie des VfL unter dem neuen Trainer Robin Dutt krönte Stöger am Ende seine grandiose Leistung. Wie beim Flippern war der Ball durch den FCK-Strafraum von einem zum anderen gesprungen, Stöger zog schließlich ab. „So eine Situation hatte der FCK später auch, da geht der Ball ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei“, räumte Dutt ein. Zuvor hatte der eingewechselte FCK-Stürmer Lukas Spalvis den Pfosten getroffen, ebenso wie sein Kollege Brandon Borrello (64.).

    Das Glück von Duisburg, als der FCK zwei Pfostentreffer von Moritz Stoppelkamp überstand und 4:1 gewann, hatten die Roten Teufel diesmal nicht. „Die zweite Halbzeit war gut, die Reaktion unserer Fans zeigt uns: Es ist noch alles möglich“, meinte Stipe Vucur, der das zwischenzeitliche 2:2 (48.) erzielte. „So sieht kein Tabellen-18. aus“, sagte VfL-Coach Dutt und stimmte dabei seinem Kollegen Michael Frontzeck zu. „Wir müssen bis zum Schluss alles versuchen“, meinte Gino Fechner, der gebürtige Bochumer im FCK-Dress, „aber es gehört sehr viel Glück dazu.“
    Quellen
      • Rheinpfalz am Sonntag

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