• FCK scheitert zweimal am Aluminium und verliert beim Seriensieger VfL Bochum 2:3 – Primus Kevin Stöger entscheidet

    Aus der Traum vom Lauterer Wunder, aus der Traum vom Klassenverbleib in der Zweiten Liga? Der 1. FC Kaiserslautern hat gestern Abend beim VfL Bochum mit 2:3 (1:2) verloren. Pech für die Roten Teufel, dass Brandon Borrello und Lukas Spalvis in der zweiten Hälfte jeweils am Torpfosten scheiterten.
    ​ Was als Albtraum endete, begann für den FCK wie ein Traum: Halil Altintop, erstmals nach seiner Rückkehr Ende Januar in der Startelf, schoss die Mannschaft mit der ersten Chance nach Gino Fechners Ballgewinn und Sebastian Anderssons klugem Pass in die Tiefe in der siebten Minute in Führung. Zwei Minuten später servierte Phillipp Mwene, Altintop verfehlte das Ziel haarscharf.

    Der VfL, von Trainer Robin Dutt auf Kurs gebracht, hat nun vier Spiele in Serie gewonnen und aus den letzten sieben Partien 17 Punkte gehamstert.

    Die Flügelzange Robbie Kruse/Sidney Sam half, den FCK unter Druck zu setzen. Nach einem Fehlpass von Osayamen Osawe verhinderte Mwene mit einer entschlossenen Grätsche gegen Lukas Hinterseer noch Flurschaden (10.). Die fatale, fast chronische Schwäche der Roten Teufel bei gegnerischen Standards brachte sie schnell ins Hintertreffen. Mit dem Ex-Lauterer Kevin Stöger, der den VfL im Sommer ablösefrei Richtung Bundesliga zu verlassen gedenkt, wissen die Bochumer einen filigranen Spezialisten auf der Gehaltsliste, der den ruhenden Ball in ein brandgefährliches Flugobjekt zu verwandeln weiß.

    Stögers erste Ecke – völlig unnötig durch Stipe Vucur, gestern FCK-Kapitän, verursacht – verlängerte Patrick Fabian per Kopf, Torjäger Hinterseer lauerte „blank“ am zweiten Pfosten und egalisierte (18.). Es war der zwölfte Saisontreffer des aus Ingolstadt gekommenen Torjägers, der sechste in den letzten vier Spielen. Nach Sams Flanke setzte Hinterseer einen sehenswerten Seitfallzieher ab, den Marius Müller abwehrte (31.).

    Stöger, per Distanzschuss nah dran am zweiten Bochumer Treffer (24.), war mit seiner dritten Ecke Ausgangspunkt des 2:1. Der Kunstschütze drehte den Ball weit weg vom Tor, Tim Hoogland köpfte den Ball aus 18 Metern Richtung Strafraum – und Osawe fabrizierte ein Eigentor.

    Fünf Minuten vor der Pause startete Fechner, der gebürtige Bochumer, einen Angriff, der der Wegbereitung des 1:0 glich, aber anstatt den frei gelaufenen Altintop zu bedienen, schloss er ab – ein Rohrkrepierer.

    Drei Minuten nach dem Seitenwechsel und einem Pyro-Sündenfall im Lauterer Fanblock brachte Altintop den FCK mit der ersten Ecke zurück ins Spiel. Benny Kessel verlängerte per Kopf, Vucur drückte den Ball mit langem Bein ins Netz: 2:2. Das Tor gab neuen Mut, plötzlich sah das FCK-Spiel, das Nils Seufert und Fechner wesentlich prägten, auch wieder nach Fußball aus. Brandon Borrello hatte die Chance zur neuerlichen Führung, sein Schuss nach wunderbarer Andersson-Flanke aber zischte knapp an Riemanns Tor vorbei (52.). Nun hatte sich auch Osawe mit der Rolle am linken Flügel angefreundet, riss einige Löcher in den Abwehrverbund der Hausherren. Die hatten in der 64. Minute Glück, dass Borrellos Schuss an den Pfosten klatschte. Der FCK dominierte, Osawe aber traf nicht. In der 80. Minute die erste Chance des VfL nach der Pause, Müller parierte den Kopfball des freien Robbie Kruse. Eine Minute später krönte Stöger, der beste Mann auf dem Platz, seine Leistung – 3:2.

    „Die machen ein Ping-Pong-Tor, und bei uns geht der Ball zweimal an den Pfosten“, haderte Torhüter Müller, nachdem auch Lukas Spalvis in der Nachspielzeit am Pfosten gescheitert war. Die Nachschusschancen von Osawe und Ruben Jenssen verpufften. „Es war ein ausgeglichenes Spiel, das beide Mannschaften hätten gewinnen können. Bochum hat es getan – ärgerlich“, sagte FCK-Trainer Michael Frontzeck nach dem Krimi. „Aber ich habe der Mannschaft gesagt: Nach der Leistung hat sie keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir werden regenerieren und gegen Dresden wieder angreifen.“

    Dennoch: Um noch eine Chance auf den Klassenverbleib zu haben, muss der FCK alle vier restlichen Spiel gewinnen. „Dann machen wir das eben“, sagte Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker trotzig. Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit allerdings ist nicht auf Lauterer Seite.



    So spielten sie

    VfL Bochum: Riemann - Gündüz (72. Wurtz), Fabian, Hoogland, Ochs (76. Bandowski) - Losilla, Tesche - Kruse, Stöger, Sam (83. Serra) - Hinterseer


    1. FC Kaiserslautern: Müller - Kessel, Callsen-Bracker, Vucur, Mwene - Borrello (84. Jenssen), Fechner, Seufert (84. Esmel), Osawe - Altintop, Andersson (76. Spalvis)

    Tore: 0:1 Altintop (7.), 1:1 Hinterseer (18.), 2:1 Osawe (27., Eigentor), 2:2 Vucur (48.), 3:2 Stöger (81.)

    Gelbe Karten: Tesche (4), Ochs - Mwene (5/3), Borrello (5/1)

    Beste Spieler: Stöger, Hinterseer, Losilla - Müller, Altintop, Mwene

    Zuschauer: 23.042

    Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 4

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    man wünscht sich ja fast, dass hh und da gewinnen, damit dieses trauerspiel endlich ein ende hat...aber selbst dann ist es ja noch immer theoretisch möglich die klasse zu halten X/ läuft ja wieder grandios...endlich verlieren mal alle und der fck
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    Man muss nun natürlich schon „kreatives Denken“ bemühen, um doch noch an irgendwas zu glauben. Also: Bis gestern war „ich“ ja in Bochum noch unbesiegt. Gestern: besiegt, angepisst (auch über das Spiel: zwischen der 10. Und 45. Minute waren…
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    Zitat von Dixietiger: „Die Noten sind doch wohl ein Witz“ sind wir doch von der rp gewohnt
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    War gestern Freitag der 13.? oder der 1. April? Die Noten sind doch wohl ein Witz. War im Stadion. Die erste HZ eine Katastrophe. 2. HZ o. K. Die haben trotzdem meine Serie in BO ohne NL kaputt gemacht.