• Senkung der FCK-Stadionmiete in Sondersitzung des Stadtrats beschlossen
    Um 19.55 Uhr war die Entscheidung gefallen, auf die wochenlang hindiskutiert worden ist. 40 Ratsmitglieder im Stadtrat von Kaiserslautern stimmten für eine Senkung der FCK-Stadionmiete in den nächsten beiden Spielzeiten, zehn votierten dagegen. Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) schloss die knapp anderthalbstündige Sondersitzung des Stadtrats mit den Worten: „Es war ein Prozess, der vielen von uns nicht leicht gefallen ist.“

    Die Diskussion spiegelte noch einmal Stationen auf dem Weg zur gestrigen Entscheidung wider: etwa die Einberufung der fraktions- und parteiübergreifenden Runden Tische zu dem Thema Stadionmiete, den Aufstand der Bürger gegen eine drastische Grundsteuererhöhung zugunsten einer Finanzierung des Mietausfalls oder die versöhnliche abschließende Erlaubnis der Aufsichtsbehörde ADD für die Stadt, den Mietausfall aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren, und das ohne Erhöhung von Grund- oder Gewerbesteuer.

    Die Entscheidung im Kaiserslauterer Stadtrat wird als eine denkwürdige Sitzung in die Annalen eingehen. Sie bescherte ihr ein großes mediales Interesse. Es zeigte sich, dass Ereignisse rund um den Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern immer noch eine große Bedeutung besitzen – oder aber im Ringen zwischen Abstieg und Klassenerhalt sogar eine besondere.

    Die übliche Stadtratskoalition von SPD, Grünen, Freien Wählern und der Freien Bürger Union fiel bei dieser Entscheidung aus. Allein dies zeigt bereits die Außergewöhnlichkeit der Entscheidung. Die Grünen im Stadtrat votierten gegen die Senkung der Stadionmiete in der Zweiten Liga auf 2,4 Millionen Euro und in der Dritten Liga auf 425.000 Euro. Sie betonten, dass der FCK zwar ein Wirtschaftsfaktor für Stadt und Region sei, die politische Verantwortung aber auch für andere in der Gesellschaft gelte. Trotz jahrelangem Missmanagement solle hier mit dem FCK ein Betrieb privilegiert und unterstützt werden.

    Es waren SPD und CDU, die die Grundlage lieferten für eine deutliche Mehrheit. Zwei politische Gruppierungen, die sich in den letzten Jahren im Stadtrat auseinandergelebt hatten und in diesem Fall für den FCK, die Stadiongesellschaft und die Stadt wieder zur gemeinsamen Verantwortung zurückgefunden haben. Sie haben damit ein Erbe der SPD und CDU von 2003 angetreten, die seinerzeit dafür gesorgt haben, dass das bis dato vereinseigene Fritz-Walter-Stadion in die Hände der Stadt überging.

    Der Oberbürgermeister verteidigte die Haltung des 1. FCK, nicht weitere Eigenbeiträge im Gegenzug zu einer Mietminderung leisten zu können. Man wolle dem Verein die Luft belassen, bei einem Fall in die Dritte Liga auf dem Spielermarkt weiter operieren zu können. Weichel erinnerte daran, dass das Budget des Klubs in der Dritten Liga von 40 auf 13,5 Millionen Euro zusammenschrumpft. Allein zehn Millionen Euro an Fernsehgeldern fehlten.

    Immer wieder wurde im Plenum die Forderung nach einer weiteren Unterstützung des Landes für die Stadiongesellschaft beziehungsweise die Stadt laut, die mit dem Fritz-Walter-Stadion einen dicken Brocken anhängen hat. Die CDU drängte massiv auf eine Beteiligung des Landes an der Stadiongesellschaft. Sie erinnerte daran, dass die Übernahme des Stadions durch die Stadt ein gemeinsames Projekt von Land und Stadt gewesen sei.

    Für eine besondere Note sorgte in der Diskussion über die Senkung der Stadionmiete die Forderung der SPD, wonach der FCK im Gegenzug zu der Mietminderung mögliche Regressansprüche gegenüber den früheren Vorständen Stefan Kuntz und Fritz Grünewalt und dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Rombach an die Stadiongesellschaft abtreten solle. Alle drei wurden bislang nicht entlastet.

    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 8

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    @ betze Alles richtig was Du schreibst! Aber dieses blödsinnige, überdimensionierte WM-Stadion ist eben einmal da und hängt wie ein Klotz am Bein des im Wasser padelnden Verein. Dass es seit Jahren, schon bevor dieser Betonsarg erweitert wurde, ein…
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    Die Mietminderung ist eine Sache, ehemalige Landeszuschüsse auch. Jetzt wird es aber auch endlich Zeit, dass sich der FCK konsolidiert, indem er sportlich und wirtschaftlich erforlgsorientierter handelt und nicht ständig nur auf milde Gaben von Stadt,…
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    Ein guter und vor allem richtiger Kommentar!
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    von der Weltverbesserer-und Oberlehrerpartei Die Grünen habe ich nichts anderes erwartet, aber gut. Mitminderung ist durch , es hätte auch keine andere Wahl gegeben. ​425000 kassieren oder 0