• FCK feiert 3:1-Erfolg gegen starke Kieler – Zweiter Lauterer Heimsieg der Saison – Traumstart für Trainer Michael Frontzeck

    Wille versetzt Berge: Mit großer Leidenschaft und lange Zeit auch gutem Fußball bezwingt Zweitliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern den Tabellendritten Holstein Kiel 3:1 (2:1). Mann des Abends: Osayamen Osawe, der die beiden ersten Treffer vorbereitet und mit dem Tor zum 3:1 die Entscheidung herbeiführt.


    Traumstart für die Männer in Rot bei Michael Frontzecks Heimpremiere als FCK-Trainer: Brandon Borrello trifft nach fußgenauem Zuspiel des wie aufgedreht startenden Osayamen Osawe in der zweiten Minute zum 1:0. Dann gewinnt Lukas Spalvis ein Laufduell gegen Rafael Czichos, steuert allein auf Kenneth Kronholm zu, bringt den Ball nicht energisch genug am Schlussmann vorbei, den Abpraller schlägt Czichos noch eben von der Torlinie (9.). „Ich wollte dem Torwart den Ball durch die Beine spielen, das hat leider nicht geklappt“, gesteht Spalvis. Vier Minuten später reißt Leon Guwara den groß aufspielenden Dominick Drexler um. Der Elfmeter, von Torjäger Marvin Ducksch arg lässig in die Mitte geschossen, wird Beute von Marius Müller. „So ist der Fußball! Vor zwei Wochen nach der Gelb-Roten Karte hätte ich mich am liebsten vergraben, jetzt halte ich genau in diesem Tor vor der Osttribüne, in dem ich vor zwei Wochen der Depp war, den Elfmeter“, sagt Schlussmann Müller, der im 1:3 verlorenen Heimspiel gegen Düsseldorf des Feldes verwiesen worden war. Den 2:1-Erfolg seiner Kollegen am Sonntag in Braunschweig erlebte der 24-Jährige vor dem Fernseher, nun ist er ein wichtiger Teil des zweiten FCK-Sieges in Folge, der den Rückstand auf Relegationsplatz 16 auf vier Punkte zusammenschrumpfen lässt.

    Sträflich ist in der Partie gegen Kiel einige Male der Eigensinn Osawes, der von Phillipp Mwene bedient durchstartet, aber den völlig freien Ruben Jenssen ignoriert (22.). Der FCK verliert zunächst den Zugriff aufs Spiel und hat Glück, dass Kingsley Schindler nur den Pfosten trifft (28.). Nach schlecht verteidigtem Eckball kassiert der FCK durch David Kinsombi den Ausgleich (32.). In dieser Phase ist Holstein besser, kombiniert gut und bringt die Lauterer vor allem durch den herausragenden Drexler in die Bredouille. „Aber wir haben es nicht geschafft, einen Lauterer zu verteidigen: Osawe war der beste Mann auf dem Platz“, erklärt Holstein-Trainer Markus Anfang später, warum seine spielstarke Mannschaft verloren hat. In der 45. Minute hat Dominik Schmidt den Sprinter schon gestellt, wird sich mit Czichos aber nicht einig, Osawe holt den Ball zurück und wird von Schmidt gelegt. Den Elfmeter, seinen dritten in dieser Saison, nutzt Christoph Moritz zum 2:1 (45.).

    Nach der Pause ist der FCK zurück im Spiel. Osawe ist nicht zu halten, scheitert haarscharf (48.), dann vergibt der spielstarke Spalvis (48.), der große Kämpfer Borrello scheitert nach Osawe-Pass (50.). Nach klasse Vorarbeit des beherzt angreifenden und gut verteidigenden Mwene gelingt Osawe im Nachschuss das 3:1 (51.). In der Folgezeit vergibt der FCK die Chance, seine Tordifferenz etwas aufzuhübschen. Nach Spalvis’ tollem Pass scheitert Osawe (57.), Guwara donnert nach einem weiteren Musterpass Spalvis’ den Ball ans Außennetz, anstatt Spalvis zu bedienen (61.). „Schade, dass ich nicht getroffen habe“, sagt Spalvis, der einen Kopfball nach Mwene-Flanke übers Tor setzt (70.). Die Einwechslung Halil Altintops (64.) lässt den „Betze“ noch mehr beben. In der Nachspielzeit vergibt Moritz eine hundertprozentige Chance – es bleibt beim 3:1.

    „Ich bin froh, dass die Jungs sich belohnt haben“, sagt Trainer Frontzeck, „Yamen Osawe hat heute ein Ausrufezeichen gesetzt.“



    So spielten sie

    1. FC Kaiserslautern: Müller - Mwene, Callsen-Bracker, Vucur, Guwara - Borrello, Moritz, Seufert (82. Fechner), Jenssen (64. Altintop) - Spalvis (86. Andersson), Osawe

    Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, Schmidt, Czichos, van den Bergh - Kinsombi - Schindler (79. Peitz), Drexler, Mühling (71. Seydel), Conde (68. Lewerenz) - Ducksch

    Tore: 1:0 Borrello (2.). 1:1 Kinsombi (32.), 2:1 Moritz (45., Foulelfmeter), 3:1 Osawe (51.)

    Gelbe Karten: Moritz (4) - Herrmann (5), Kinsombi (4), van den Bergh (3)

    Beste Spieler:Osawe, Müller, Borrello, Spalvis - Drexler, Schindler

    Zuschauer: 20.664

    Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

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    KOMMENTAR

    Ein Sieg für Jeff!

    Der Februar ist für den FCK ein Monat der Wahrheit. Nach dem zweiten Sieg in Folge ist die Hoffnung zurück.


    Der 1. FC Kaiserslautern hat wieder eine Identität. Die Mannschaft lebt. Die Spieler rennen, kämpfen, verteidigen. Die Jungs sind fit! Die Mannschaft stürmte beim 3:1 gegen Holstein Kiel mutig drauflos, hatte nur ein bedenkliches Zwischentief zwischen der 20. und 40. Minute. Das konnte durchaus ins Auge gehen.

    „Man hat gesehen, dass wir in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet haben, dass wir unsere Schwächen im Vorwärtsspiel ein Stück weit abstellen konnten. Das ist auch ein Sieg von Jeff Strasser“, sagte Phillipp Mwene in Gedanken an den erkrankten Coach.

    „Herr Frontzeck bringt sehr viel Ruhe ein“, attestierte Lukas Spalvis, der eine klasse Leistung lieferte. Das Sturm-Duo Spalvis/Osawe funktionierte schon bei Frontzecks Einstand in Braunschweig. Osawe, der Pfeil, geht ungewohnt weite Wege und tut der Mannschaft sehr gut. Wenn dann von der Bank Spieler wie der gefeierte Heimkehrer Halil Altintop für den guten Ruben Jenssen und Sebastian Andersson für Spalvis kommen, hilft das der Mannschaft, die nun am Freitag gegen den starken SV Sandhausen nachlegen will. Und muss! „Da haben wir noch eine Rechnung offen“, sagt Spalvis und hofft, dass dann 5000 oder gar 10.000 Zuschauer mehr kommen. Der FCK braucht die Pfalz, die er in den vergangenen Jahren so oft so herb enttäuscht hat.

    Michael Frontzeck hat am 4-4-2, das Jeff Strasser zuletzt einübte, festgehalten. Das tut der Mannschaft gut, die Siege braucht, um das rettende Ufer noch zu erreichen. Es ist wieder möglich.

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    Leserbrief

    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 4

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    Was mir bei Osawe auffällt, war er schon in Braunschweig ein ganz anderer Spieler als zuvor durften wir gestern nochmal eine Leistungssteigerung erkennen. So ist er ein absoluter Aktivposten in der Mannschaft und aus dem Stamm nicht wegzudenken. ​Wenn…
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    Zitat von PFALZADLER: „Vier Minuten später reißt Leon Guwara den groß aufspielenden Dominick Drexler um.“ so ein quatsch guwara hat die hände am eigenen körper und drexler fädelt bei ihm ein.da darf man niemals elfer pfeifen.
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    Ich würde hier Moritz noch dazunehmen. Was der wieder an Kilometern gemacht, abgeräumt hat ... Dazu immer anspielbar und auch in kniffligen Situationen immer suverän. Ganz zu schweigen vom eiskalt verwandelten Elfer. Die Rheinpfalz-Note verstehe ich…
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    Es gibt zwei Männer des Abends.. der zweite ist Marius Müller.. 11er gehalten und auch sonst KEINEN Fehler gemacht, Sicherheit ausgestrahlt und alles gehalten was es zu halten gab (bis auf das eine Tor)