• Nicklas Shipnoski gehört beim FCK zu den jungen Hoffnungsträgern
    Geht noch was? Zweitliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern steht morgen (13.30 Uhr) gegen den ambitionierten FC Ingolstadt vor einer kniffligen Hausaufgabe. Die Roten Teufel brauchen Punkte, Punkte, Punkte …

    Zuletzt in Heidenheim waren sie nah dran an einem Punkt. Sie spielten nach Spalvis’ Roter Karte in Unterzahl frisch auf Sieg – und verloren in der Schlussminute mehr als unglücklich 2:3. „Wir waren sehr niedergeschlagen“, erinnerte sich Nicklas Shipnoski gestern an den K.o. in letzter Minute. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht – auch in Unterzahl. Der Punkt wäre für die Moral sehr gut gewesen.“

    Shipnoski ist 19. Er kam mit acht vom SV Kirchheimbolanden zum FCK, entwickelte sich gut im Talentschuppen, wurde Jugend-Nationalspieler, und schon mit 18 Profi, obwohl er noch die Schulbank drückte. Im Frühjahr bestand er sein Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern. Ein Junge auf Kurs.

    Im nordpfälzischen Bischheim ist der Arztsohn daheim, sieht sich in der Familie, bei Freunden auch in nicht einfachen Zeiten unterstützt. „Er kann eine Option für die Startelf sein“, sagt Trainer Jeff Strasser, der den pfeilschnellen Shipnoski zuletzt aufblühen sah. Da ist Wille. Da ist Ehrgeiz. Im Training ist er forsch unterwegs, haut auch mal kräftig dazwischen. In den Spielen zeigte er sich zuletzt mutig, sucht e den Abschluss.

    Die Enttäuschung der Fans über die FCK-Krise, den letzten Tabellenplatz, die Niederlagen – das beschäftigt einen wie Shipnoski, den Fan, der Profi wurde. Das schmerzt! „Ich komme ja aus der Region, es ist nicht schön, wenn ich in die Kurve schaue, wo ich ja auch einige Leute kenne. Es ist traurig, aber man muss an sich glauben.“

    „Seit ich denken kann, bin ich zum FCK ins Stadion gegangen“, sagt Shipnoski. „Meine Freunde, meine Familie, die Leute außenrum, versuchen mich aufzubauen. Ich bekomme viel Zuspruch, Kraft von außen“, sagt der junge Profi dankbar.

    „Der FCK sollte stolz sein, so viele Spieler aus den eigenen Reihen zu haben“, sagt Trainer Jeff Strasser und lobt die gute Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum. „Und ich finde, dass sie es alle zuletzt auch gut gemacht haben“, würdigt der Coach die junge Garde. „Das gehört zum Prozess, Profi zu werden dazu“, betont Shipnoski, der die Situation annehmen, meistern möchte. Der Profi-Lehrling strebt den Gesellenbrief an.

    Der FCK kann zum Hinrundenausklang am Sonntag gegen den FC Ingolstadt auf Marius Müller zurückgreifen. Die Nummer 1 des FCK war in Heidenheim nach 23 Minuten verletzt ausgeschieden. „Mit Respekt, aber ohne Angst“ will Jeff Strasser seine Mannschaft am Sonntag auftreten sehen. Ein starker Gegner – aber nicht unschlagbar. Eine Formation mit Müller, Kessel, Vucur, Ziegler, Mwene, Shipnoski, Seufert, Moritz, Borrello, Müsel und Andersson ist denkbar. Mads Albaek (Schambeinoperation), Daniel Halfar (Hüftverletzung), Giuliano Modica (Knieverletzung) fallen ebenso aus wie Kacper Przybylko und Osayamen Osawe, die im Aufbautraining sind. Lukas Spalvis und David Tomic sind gesperrt.

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    Leserbrief

    „Tradition schießt keine Tore“

    Zu „Gesittete Debatten kurz vor dem Abgrund“ (4. Dezember) und die letzten Spielergebnisse:

    Ganz ehrlich, dass der 1. FC Kaiserslautern keine überregionalen Sponsoren mehr findet, wundert mich nicht wirklich. Hat er doch in den letzten 20 Jahren jede Reputation und Seriosität leichtfertig verspielt. Was hat man nicht alles an den Betze geholt an Blendern und Ahnungslosen. Kurz und Kuntz möchte ich hier ausdrücklich außen vor lassen. Mit Kurz hätte man damals schon weiter arbeiten sollen, denn was danach gekommen ist, war ja nicht besser, und er hat sich mit dem Verein identifiziert. Was dem FCK jetzt akut noch helfen kann, sind drei oder vier abgezockte Altprofis vom Typ Pizarro, die noch richtig Bock auf Fußball haben, die die junge Truppe führen können und ihnen Halt geben.

    Ansonsten kann man dem Verein nur wünschen, wenn er den Weg der Dritten Liga gehen muss, dass er Fans wie 1860 München oder St. Pauli hat, sonst wird der Verein in den Niederungen des Amateurfußballs verschwinden. Jeff Strasser muss auf jeden Fall Trainer bleiben. Eins muss man sich immer vor Augen führen: Wer sich über RB Leipzig oder Hoffenheim aufregt, sollte wissen, auch im Fußball gilt, wer sich den Gesetzen des kapitalistischen Marktes nicht unterwirft, wird untergehen. Tradition schießt eben doch keine Tore.

    Hartmut Bethge, Dreisen
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 36

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    Ok... Er ist Profi! Sorry...
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    Raubein sorry,bist du so beschränkt oder tust du nur so?Hoffe letzteres für Dich.
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    Nein, da widerspricht sich im Wortsinne nichts: professioneller Sportler, professionelle Sportlerin; Berufssportler[in] jemand, der etwas professionell betreibt Quelle: duden Ein Profi, Kurzwort von veraltet Professionist, ist jemand, der im Gegensatz…
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    Es ist nicht böse gemeint... Aber das widerspricht sich doch... Er ist Anfänger aber dennoch Profi? Für mich ist ein Profi was anderes...
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    ?? mal abgesehen von der Logik.... der Junge macht hauptamtlich, also professionell Fußball. Also ist er ein Profi. Er kann ja gerne noch als Lehrling oder Lernling oder was auch immer beschrieben werden, aber auch die haben eine Profession, eine…