• Ein neuer Aufsichtsrat wird künftig die Geschicke des 1. FC Kaiserslautern lenken. Darin sind auch zwei Kaiserslauterer Unternehmer vertreten: Michael Littig und Patrick Banf. Für beide hat es oberste Priorität, wieder Ruhe in den Verein zu bringen.
    Der neue Aufsichtsrat, der am Sonntagabend bei der Jahreshauptversammlung des FCK gewählt wurde (wir berichteten), setzt sich aus Paul Wüst, Jürgen Kind, Jochen Grotepaß und den beiden Kaiserslauterer Unternehmern zusammen. Banf erhielt die meisten Stimmen (862) und dürfte der neue Aufsichtsratsvorsitzende werden, Littig brachte es auf 595 Stimmen. Banf ist Besitzer einer Werbeagentur, Littig ist mit seinem Unternehmen Teckpro in der Finanz- und Versicherungswirtschaft tätig, engagiert sich zudem kommunalpolitisch und ist CDU-Kreisvorsitzender. Beide betonen, dass beim FCK wieder Ruhe einkehren müsse.

    „Unabhängig von den Zahlen und der wirtschaftlichen Situation des Vereins müssen wir alles dafür geben, den FCK wieder zu einer Gemeinschaft zu machen“, betont Banf. Dabei müsse ganz oben angefangen werden. Aufsichtsrat und Vorstand müssten Gemeinschaft vorleben, das müsse sich auf die Mannschaft übertragen und bis zu den Fans fortsetzen. Das sei die einzige Chance, die der FCK habe.

    Littig sieht das ganz genauso: „Wir sind alle angetreten, weil wir glauben, etwas bewirken zu können.“ Die vordringlichste Aufgabe sei, den Verein zu befrieden und Gräben zuzuschütten, die sich in den vergangenen Jahren aufgetan hätten: „Wir hoffen, dass es uns gelingt, eine gute Stimmung hinzubekommen, unabhängig von der momentanen sportlichen Lage.“

    Was die sportliche Situation angeht, sind sich beide einig, dass die Mannschaft verstärkt werden muss. „Dem sportlichen Ziel Klassenerhalt muss alles untergeordnet werden“, erklärt Littig. Der neue Aufsichtsrat müsse es hinbekommen, die Mannschaft zu verstärken, aber mit einer Einschränkung: „Es ist wichtig, dass wir gute Entscheidungen bei neuen Spielern treffen. Neuzugänge müssen wirkliche Verstärkungen sein“, betont Littig. Banf will erst mal sehen, dass die beiden ausstehenden Spiele vor der Winterpause möglichst gut bestritten werden, dann müsse man versuchen, die Mannschaft gezielt zu verstärken.

    Auch was die wirtschaftliche Lage des FCK angeht, sind sich die beiden Unternehmer einig; die sei vom Vorstand bei der Jahreshauptversammlung ungeschminkt dargelegt worden. Der neue Aufsichtsrat müsse sich zunächst sein eigenes Bild der Lage machen. Dann werde man sehen, was verbessert werden kann. Das müsse letztendlich der Vorstand bestimmen, sagt Banf.

    Littig spricht von der schwierigsten Situation, die der FCK jemals hatte; hier etwas zu verbessern, sei „maximal anstrengend“. Die Ausgliederung des Profifußballs könne eine Lösung sein, aber das sei nicht so schnell umsetzbar und helfe kurzfristig nicht weiter. Derzeit gehe es nur um die Mission Klassenerhalt. Die Voraussetzungen für eine Ausgliederung müssten zunächst einmal formal geschaffen werden. Wenn dies vollzogen sei, müssten Investoren gefunden werden. Littig sprach von einer komplexen Herausforderung, die professionell angegangen werden müsse.

    Parallel zu der Aufgabe, sich ein eigenes Bild von der wirtschaftlichen Situation zu verschaffen und das Ziel Klassenverbleib zu verfolgen, müsse auch ein Szenario für die Dritte Liga entworfen werden, betont Littig. „Der FCK ist Tabellenletzter, da ist die Dritte Liga realistisch“, sagt er. Außerdem müsse bis März ein Lizenzantrag für die Dritte Liga abgegeben werden. Der müsse belastbar sein, auch was die Höhe der Stadionmiete angeht. Er glaube nicht, dass für den Lizenzantrag „alle Details endverhandelt sein müssen“, aber seriöse Zahlen seien nötig, mit denen man notfalls in die Dritte Liga gehen könne.

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    Gesucht: Ausgleich für Mietminderung

    Oberbürgermeister Weichel strebt gemeinsam mit dem 1. FCK ein Finanzierungsmodell an


    Die Stadt Kaiserslautern ist bestrebt, gemeinsam mit dem 1. FCK ein Finanzierungsmodell zu finden, das eine mögliche Verringerung der Stadionmiete in der Zweiten und in der Dritten Fußball-Bundesliga ausgleicht. Das erklärte gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage Oberbürgermeister Klaus Weichel.

    Die Stadt stehe dazu in intensivem Austausch mit allen Beteiligten, erklärte der Rathauschef. Er kündigte eine weitere Aufsichtsratssitzung der Fritz-Walter-Stadiongesellschaft zu dem Thema an. Der Stadtrat werde sich voraussichtlich in einer seiner ersten Sitzungen im neuen Jahr mit dem Thema befassen.

    Wie berichtet, hat der Fußball-Zweitligist einen Antrag auf Minderung der Stadionmiete für die Zweite und für die Dritte Liga bei der Stadiongesellschaft eingereicht. Danach will der 1. FCK künftig in der Zweiten Liga 2,4 Millionen Euro zahlen und in der Dritten Liga nur noch 425.000 Euro.

    Die Stadionmiete liegt derzeit bei 3,2 Millionen Euro. Die Miete basiert auf der Höhe der Zinszahlungen von jährlich 2,951 Millionen Euro für einen Kredit von 65 Millionen Euro, der seinerzeit für den Erwerb des Fritz-Walter-Stadions seitens der Stadt aufgenommen werden musste.

    Die Tatsache, dass der 1. FCK zuletzt faktisch auch nur 2,4 Millionen Euro in der Zweiten Liga zahlte, beruhte darauf, dass die Differenz von 800.000 Euro auf die Miethöhe von 3,2 Millionen Euro über einen Cashpool ausgeglichen worden ist.

    Problem: Der Cashpool ist nach Abschluss der Saison 2017/2018 aufgebraucht. Er war ursprünglich mit 2,975 Millionen Euro gefüllt. Der größte Teil des Cashpools stammte mit 2,625 Millionen Euro aus dem Verkauf des Nachwuchsleistungszentrums Fröhnerhof von der Stadt an den 1. FCK. Hinzu kamen 350.000 Euro Einnahmen aus dem DFB-Pokal.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 14

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    Manchmal könnte man schon irre werden. Die Stadiongesellschaft? Die hat das FWS an den FCK VERPACHTET. PACHT. Definition PACHT: Vertragliche Überlassung des Gebrauchs und des Genusses der Früchte einer Sache oder eines Rechts gegen Entgelt (§§
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    Ja, das wurde schon mal diskutiert. Zum einen sind Große Stadien für Konzerte in der Nähe, zum anderen gibt es dort oben Auflagen, was die Nutzung angeht. Man hat vor der WM einfach versäumt dafür zu sorgen, dass man das FWS auch anderweitig…
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    Zitat von axelfck: „die Stadion GmbH macht es sich auch einfach ? sitzen die den ganzen Tag rum und warten auf die Miete vom FCK ? Warum sucht man sich nicht zusätzliche andere Mieter Eventagenturen für Konzerte , Americanfootball etc. mit der…
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    die Stadion GmbH macht es sich auch einfach ? sitzen die den ganzen Tag rum und warten auf die Miete vom FCK ? Warum sucht man sich nicht zusätzliche andere Mieter Eventagenturen für Konzerte , Americanfootball etc. mit der Kohle könnte man Tilgen ?
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    @ Buggy Es gibt da unzählige Möglichkeiten, da die Vertragsfreiheit gilt. (sprich, alles was nicht gegen die "guten Sitten" verstößt.) neuerbetze hat eine traditionelle Form schon genannt. Du kannst auch vereinbaren, dass Du mit der Tilgung erst in…