• Der 1. FC Kaiserslautern spielt auch nach Spalvis’ Roter Karte auf Sieg und verliert durch einen Torwartfehler Sievers’ in der Schlussminute in Heidenheim mit 2:3.
    ​ Hurra, wir leben noch! Das Signal schien die Mannschaft des Zweitliga-Letzten 1. FC Kaiserslautern – auch und gerade in Unterzahl – am Freitag auf der Schwäbischen Alb auszusenden. Ein Torwartfehler von Jan-Ole Sievers aber brach dem FCK im Spiel beim 1. FC Heidenheim in letzter Minute das Genick. 2:3 – der FCK ist nach 16 Spieltagen mit trostlosen zehn Punkten Tabellenletzter der Zweiten Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft scheint dem Abstieg geweiht.

    Sievers kam nach 23 Minuten für den verletzten Marius Müller. Die Nummer 1 hatte bis dahin erstklassig gehalten. „Ich habe eine Becken- und Muskelprellung. Ich hoffe, dass ich bis Sonntag wieder fit bin“, erklärte Müller gestern. Sievers, nicht sehr sicher im Spiel, bekam dank seiner nach schwachem Start gut arbeitenden Vorarbeiter nicht wirklich viel zu tun. Und wurde in letzter Minute zur tragischen Figur. Anfängerhaft – ungebremst von Kapitän, Kollegen, Torwarttrainer und Cheftrainer – entschloss sich der 22-Jährige bei einem Freistoß des Scharf- und Kunstschützen Marc Schnatterer auf einen Abwehrwall zu verzichten. Und Schnatterer tat, was Schnatterer immer tut: Er hämmerte den Ball Richtung Tor, Sievers wollte fausten und drehte sich den Ball halb selbst ins Tor. „Kein Zufall. Absicht. Wir sind glücklich, so einen Kapitän zu haben“, schwärmte FCH-Trainer Frank Schmidt.

    „Diese Niederlage hat die Mannschaft nicht verdient“, klagte Jeff Strasser nach der tragischen Schlussminute. „Der Torwart hat sich so entschieden ...“, antwortete der Coach, auf die Frage, warum Sievers sichtlich gar keine Mauer postieren wollte. Kollege Müller verzweifelte derweil am Spielfeldrand.

    Nächsten Sonntag (13.30 Uhr) kommt der FC Ingolstadt zum Hinrundenausklang nach Kaiserslautern. Lukas Spalvis, per Kopf nach Flanke des ganz starken Brandon Borrello Schütze des 1:1, muss seine Rote Karte wohl mit einer Zwei-Spiele-Sperre büßen. „Erst hat er der Mannschaft mit seinem Tor geholfen, dann hat er ihr mit dem Elfmeter und der Roten Karte geschadet. Der Spieler muss seine Emotionen in Griff haben“, rügte Strasser den reuigen Sünder. Mit einer Textilbremse an Arne Feick hatte der stark spielende Spalvis den Elfmeter verursacht, den Schnatterer zum 2:1 nutzte, und dann mit angedeutetem Kopfstoß gegen Feick Rot provoziert (68.). Nach zwei Kreuzbandrissen war Spalvis, Leihgabe von Sporting Lissabon, gerade erst in Form gekommen und begann dem FCK so richtig gut zu tun.

    Richtig gut getan haben dem FCK am Freitag auch drei junge Kerle: Borrello, der 22-jährige Australier, sorgte mit Hilfe von Feick, der den Schuss abfälschte, für das zwischenzeitliche 2:2 (80.). „Skippy“ beflügelte die Mannschaft ebenso wie der eingewechselte Nicklas Shipnoski, der mit viel Tempo und Courage zum Sturm blies. Unglücklich sein Foul, das Schnatterers entscheidendem Freistoß voraus ging. Mit zehn Mann spielte der FCK nach dem 2:2 auf Sieg. Schwung brachte der 18 Jahre alte Stürmer Torben Müsel, der knapp das Ziel verfehlte. Am Ende gab’s Tränen. Nicht nur bei Nicklas Shipnoski.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

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