• Kaiserslautern unterliegt beim 1. FC Heidenheim 2:3 – Spalvis trifft und sieht die Rote Karte
    ​ Gekämpft, zweimal ausgeglichen, in Unterzahl auf Sieg gespielt – und in letzter Minute abgeschossen: Zweitliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern unterlag gestern beim 1. FC Heidenheim mit 2:3 (0:0). Ein 30-Meter-Freistoß von Marc Schnatterer entschied die Partie, der Lauterer Ersatztorhüter Jan-Ole Sievers patzte entscheidend.

    Nach 23 Minuten gab’s die erste unfreiwillige Korrektur der Startelf: Marius Müller, früh bei einem Zusammenstoß verletzt, musste mit einer schweren Hüft- und Muskelverletzung das Tor räumen. Jan-Ole Sievers kam kalt in ein heißes Match.

    Denn es begann feurig: Stipe Vucur gewann ein Kopfballduell gegen John Verhoek, dann setzte sich am rechten Flügel Marc Schnatterer durch, Marius Müller wehrte den Scharfschuss des FCH-Kapitäns ab. Zwei Minuten waren gespielt. Fünf Minuten später verlor Patrick Ziegler ein erstes Kopfballduell gegen den Ex-Lauterer Robert Glatzel, wieder parierte Müller im Stile eines Klasse-Torwarts.

    Richtig gefährlich wurden die Heidenheimer über die Flügel: Links ließ Maximilian Thiel Klasse erkennen, rechts erteilte Kunstschütze Schnatterer Joel Abu Hanna einige Lektionen. Ein Schnatterer-Hammer verfehlt sein Ziel knapp (13.). Glück für den FCK, dass Marcel Titsch-Rivero einen Tick zu spät kam, nachdem Glatzel in den Lauterer Strafraum eingedrungen war und scharf nach innen gepasst hatte (29.).

    Die Lauterer versteckten sich nicht. In Lukas Spalvis und Sebastian Andersson hatten sie zwei präsente Anspielstationen in vorderster Linie. Nach einem Kessel-Vorstoß hatte der spielstarke Christoph Moritz das Führungstor auf dem Fuß, hieb das Runde aber aus zwölf Metern über das Eckige (12.). Nach Abu Hannas listiger Linksflanke war Spalvis nah dran (26.), eine Minute später legte ihm Wittek mit einem Kamikaze-Rückpass eine Chance vor die Füße, doch Torhüter Kevin Müller war schneller.

    Dann jubelte Heidenheim: Nach Thiels abgewehrtem Freistoß traf Mathias Wittek hart und platziert aus 16 Metern – 1:0 (56.). Der FCK reagierte unbeeindruckt. Nach einem Schnellangriff Shipnoskis servierte Brandon Borrello von links, und Spalvis vollendete per Kopf – 1:1 (58.). Der FCK war – vor allem auch dank Borrello – gut im Spiel. Bis zur 68. Minute: Spalvis klammerte Arne Feick, René Rohde zeigte auf den Elfmeterpunkt, Spalvis versetzte Feick eine leichte Kopfnuss, sah Rot, und Schnatterer vollstreckte zum 2:1. „Wir stehen Kopf an Kopf, vielleicht mache ich eine kleine Bewegung“, sagte Spalvis später: „Wenn er ein fairer Sportsmann ist, bleibt er stehen. Er fliegt wie ein Brett. Ich mach’s dumm, er macht’s vielleicht ein bisschen klüger, es ist dann halt eine Rote Karte, da muss man nicht diskutieren.“ Trainer Jeff Strasser rügte den Litauer, der dem FCK zuvor nicht allein durch seinen Treffer geholfen hatte: „Ein Spieler muss seine Emotionen im Griff haben. Er darf die Mannschaft nicht so schwächen.“

    Der FCK gab nicht auf, zeigte Moral, bewies Charakter und wurde belohnt: Borrellos Schuss fälschte Feick ins eigene Tor ab 2:2 (80.). Trotz Unterzahl legten die Roten Teufel den Vorwärtsgang ein, spielten auf Sieg und wurden in letzter Minute geschlagen: Nach einem Foul des stark spielenden Shipnoski überlistete Schnatterer FCK-Ersatztorhüter Sievers. Der verzichtete auf eine Mauer, boxte sich den Ball selbst ins Netz. Sein Fehlgriff brach dem FCK das Genick. „So bestraft zu werden, das ist schwer in Worte zu fassen“, resümierte Jeff Strasser: „Die Mannschaft hatte es nicht verdient, hier zu verlieren.“ Aber sie hat verloren. Schon wieder.



    So spielten sie

    1. FC Heidenheim: Kevin Müller - Philp (84. Kraus), Wittek, Beermann, Feick - Schnatterer, Theuerkauf, Titsch-Rivero (53. Pusch), Thiel - Glatzel, Verhoek (73. Dovedan)


    1. FC Kaiserslautern: Marius Müller (23. Sievers) - Kessel, Vucur, Ziegler, Abu Hanna (49. Shipnoski) - Mwene, Seufert (78. Müsel), Moritz, Borrello - Spalvis, Andersson

    Tore: 1:0 Wittek (56.), 1:1 Spalvis (58.), 2:1 Schnatterer (68., Foulelfmeter), 2:2 Feick (80., Eigentor), 3:2 Schnatterer (90.)

    Gelbe Karten: Wittek (5/1), Theuerkauf - Seufert (2), Abu Hanna, Shipnoski

    Rote Karte: Spalvis (68.)

    Beste Spieler: Schnatterer, Thiel, Feick - Borrello, Moritz, Vucur

    Zuschauer: 11.000

    Schiedsrichter: Rohde (Rostock).



    -------

    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 2

  • Benutzer-Avatarbild
    Ich glaube die destruktive Stimmung so unmittelbar vor der JHV wird dem FCK das Genick brechen. Auch so ein Grund warum wir hier die Ausgliederung dringend brauchen. Damit nicht jeder Hansel, der glaubt die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben…
  • Benutzer-Avatarbild
    Da scheinen sie einmal richtig gekämpft zu haben, einmal das Herz in die Hand genommen zu haben - umsonst. Ein individueller Fehler in der Nachspielzeit und wieder als Verlierer vom Platz. Das ist nicht gut für das bißchen Moral.