• Stipe Vucur und Lukas Spalvis treffen spät für den 1. FC Kaiserslautern beim 2:1-Sieg in Dresden
    ​ Der 1. FC Kaiserslautern nährte gestern Abend im Kellerduell der Zweiten Bundesliga das Prinzip Hoffnung, gewann bei Dynamo Dresden 2:1 (0:1). Stipe Vucur und Lukas Spalvis drehten das Spiel binnen drei Minuten. Marius Müller hielt den Sieg in der Nachspielzeit fest, als er Niklas Kreuzers Kopfball stach.

    Jeff Strassers 19-köpfige Reisegruppe, auserkoren das reichlich überzogene Punktekonto anzureichern, musste statutengemäß auf 18 reduziert werden: Leon Guwara, seit seinem schwarzen Samstag von Regensburg außen vor, musste zusehen. Zurück in der Startelf der Lauterer: Daniel Halfar. Dafür musste Manfred Osei Kwadwo weichen, der nach desaströser erster Halbzeit Benjamin Kessel ablöste.

    Überragend die Performance der Dynamo-Fans vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel. „Besonderes Spiel, besondere Stimmung“, schwor der Stadionsprecher die Fan-Kulisse ein. Ehe Bengalos und Pyros abgefackelt wurden. Die Rechnung aus Frankfurt kommt.

    Mit der ersten Torannäherung ging Dynamo in der 15. Minute in Führung, erleichtert durch eine desorientierte Lauterer Deckung: Haris Duljevic servierte, Florian Ballas legte per Kopf zurück in die Mitte und Lucas Röser vollendete: 1:0. Dass es bis zur Pause nicht 2:0 oder 3:0 hieß, verdankte der FCK Torhüter Marius Müller. Nach einem missglückten Hackentrick Borrellos hielt Müller Patrick Möschls Schuss (18.). Drei Minuten später setzte Duljevic den Ball ans Außennetz, in der 33. Minute parierte Müller nachdem Möschl ein weiteres Mal an dem taktisch überforderten Abu Hanna vorbei war.

    Und Lautern? Lange Zeit harmlos! Zwei missglückte Schussversuche Kessels, keine Traute, kein Spielaufbau. Das kollektive Nichts! Beim dritten Freistoßversuch Halfars klärte Torhüter Schwäbe vor Kessel. Die einzige Chance der Lauterer vor der Pause vermasselte Brandon Borrello nach Seufert-Pass (44.).

    Der FCK demonstrierte bemitleidenswert unterlegen, warum er Letzter ist. Die Tabelle lügt nicht! Der FCK war nach der Pause besser, aber nicht gut. Und doch nach Benatellis vertaner Möglichkeit mit der Chance zum Ausgleich. Nach Osei Kwadwos Vorarbeit aber setzte Borrello nur ein Schüsschen ab – kein Problem für Schwäbe (72.). Dann die Riesenchance von Sebastian Andersson, der vergab, den freien Lukas Spalvis ignorierte (74.). Wenn sich Unvermögen und Egoismus paaren! Im Spiel hielt die Lauterer der starke Marius Müller, der eine Kopfballchance Marco Hartmanns entschärfte (76.).

    Binnen drei Minuten stellten die Lauterer Spiel und Spielverlauf auf den Kopf: Stipe Vucur egalisierte nach Halfar-Freistoß per Kopf (85.), dann stach Joker Spalvis: 2:1 (88.). Der FCK lebt wieder. Er kam spät ins Spiel und hatte viel, viel Glück. „Ich weiß nicht, was die letzten fünf Minuten los war. Wir haben bis in der 85. Minute das Spiel in der Hand und dann kommen zwei Bälle aufs Tor – und die sind drin“, klagte ein geknickter Dynamo-Keeper Marvin Schwäbe.



    So spielten sie

    Dynamo Dresden: Schwäbe - Kreuzer, Jannik Müller, Ballas, Fabian Müller - Benatelli, Seguin, Lambertz (63. Hartmann), Duljevic (85. Hauptmann) - Möschl, (75. Berko) Röser


    1. FC Kaiserslautern: Müller - Mwene, Kessel (46. Osei Kwadwo), Vucur, Ziegler, Abu Hanna - Borrello (83. Müsel), Seufert (67. Spalvis), Moritz, Halfar - Andersson

    Tore: 1:0 Röser (15.), 1:1 Vucur (85.), 1:2 Spalvis (88.)

    Gelbe Karten: Hartmann (4) - Kessel (4)

    Beste Spieler: Duljevic, Möschl - Müller, Vucur

    Zuschauer: 27.224

    Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 4

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    Als gestern die Stimmung dort gesehen habe und die Choreo bzw. pyroshow da hatte ich echt tränen in den Augen. Nach dem 1:0 wurde es noch schlimmer. Sowas habe ich annähernd seit Jahren nicht mehr auf dem Betze erlebt. Aber wenigstens wurde durch das…
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    Zitat von canelon: „Die Rechnung aus Frankfurt kommt und sollte deutlich ausfallen. Auch wenn ich keiner Person - auch keinem der Fackelträger - etwas schlechtes wünsche, ich befürchte, es wird erst dann von Seiten der Vereine ein Umdenken…
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    Das wurde bereits in der Halbzeitpause auf Sky thematisiert und da wurde klar und deutlich gesagt, dass die Choreo mit dem Verein abgestimmt war und von Pyro nichts bekannt war. Ich meine mich sogar noch an einen Hinweis während der zweiten Halbzeit zu
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    Zitat von PFALZADLER: „Überragend die Performance der Dynamo-Fans vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel. „Besonderes Spiel, besondere Stimmung“, schwor der Stadionsprecher die Fan-Kulisse ein. Ehe Bengalos und Pyros abgefackelt wurden.…