• HINTERGRUND: Entscheidung über den Profibereich in dieser Saison – Riesenkampff und Abel machen Weg frei

    VON HANS-JOACHIM REDZIMSKI & HORST KONZOK

    Kaiserslautern. Der Vorstand des 1. FC Kaiserslautern versucht die Weichen für eine Ausgliederung des Profibereichs zu stellen. Als Rechtsform ist eine GmbH & Co. KG auf Aktien geplant, verdeutlichten gestern FCK-Vorstandsvorsitzender Thomas Gries und Finanzvorstand Michael Klatt.
    ​ Gestern Abend informierte die Vereinsführung den Arbeitskreis Ausgliederung über den Stand der Planungen. Noch in dieser Saison soll über die Ausgliederung in einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung entschieden werden. In den Fan-Regionen, über eine Seite auf der FCK-Homepage und bei der Jahreshauptversammlung (JHV) am 3. Dezember will die Klubführung die Mitglieder informieren. Seit 20 Jahren hinke der FCK seinen Zielen hinterher, das ist aus Vorstandssicht nur durch die Ausgliederung zu ändern. „Wir zwei sind der Meinung, das geht nur, in dem ich mich für Eigenkapital öffne“, sagte Gries. Ihre Zukunft an der FCK-Spitze verknüpfen die Vorstände mit dem Ja der Mitglieder zur Ausgliederung.

    Der Ausgliederungsplan sieht ein Vier-Säulen-Modell vor. So soll die Möglichkeit geschaffen werden, Fans, Mäzene aus der Region, die mit Herzblut mit dem Verein verbunden sind, einen großen Ankerinvestor und einen stillen Gesellschafter finanziell zu beteiligen. Die Ausgliederung kann nur kommen, wenn bei der außerordentlichen JHV 75 Prozent der Mitglieder zustimmen.



    Ideal wäre ein Investor, der das Stadion kauft und in den FCK investiert, erklärte Gries. Der Verein habe weit über 300 Unternehmen angesprochen, etwa 25 Gespräche geführt. Es gebe derzeit aber keinen unterschriftsreifen Vertrag.

    Eine Meldung des Südwestrundfunks (SWR), dass sich ein Investor für das Fritz-Walter-Stadion und die angrenzenden Liegenschaften abzeichnet, weckte gestern Erwartungen, die sich aber so nicht bestätigt haben. Eine Nachfrage der RHEINPFALZ bei der Stadt ergab, dass zwar die Stadt mit einem neuen Interessenten für das Stadion und die Fläche drumherum ein Gespräch geführt hat, das freilich noch nicht belastbar ist. Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) erklärte, es habe mit dem Beauftragten des potenziellen Investors ein einziges Gespräch bisher gegeben. Es sei zwar nicht uninteressant gewesen, mehr aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Weichel, auch Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Fritz-Walter-Stadiongesellschaft, erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass er in seiner Amtszeit bereits rund zehn solcher Gespräche geführt habe. Sie seien alle ergebnislos verlaufen. Er betonte, dass ihm der Name des Investors, der sich nunmehr für das Stadion und die angrenzenden Flächen interessiert, nicht bekannt ist.

    Am 3. Dezember wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Nikolai Riesenkampff, seit Ende 2015 Vorsitzender des Kontrollgremiums, und sein Stellvertreter Mathias Abel kandidieren nicht mehr. „Ich habe mich entschieden, nicht mehr anzutreten“, erklärte Riesenkampff, der gebürtige Pirmasenser, gestern gegenüber der RHEINPFALZ. Der Geschäftsmann lebt mit seiner Familie in Berlin. „Ich bin vor drei Jahren als Fan in den Aufsichtsrat gekommen, mein Ziel war es, dem FCK zu helfen und eine positive Entwicklung herbeizuführen“, sagte Riesenkampff. Wirtschaftlich sei der Verein in einer Konsolidierungsphase, die Kostenreduzierung beispielsweise schreite gut voran. Sportlich aber sei der FCK in einer kritischen Situation und in akuter Abstiegsgefahr. „Ich denke, dass dem Verein in der jetzigen Situation neue Impulse im Aufsichtsrat gut tun, dafür möchte ich den Weg frei machen.“

    „Es ging mir bei all meinen Tätigkeiten immer nur um den FCK, dafür haben wir im Aufsichtsrat alles gegeben. Der FCK war immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Das wird sich niemals ändern“, erklärte Riesenkampff. Aus dem fünfköpfigen Aufsichtsrat ausscheiden werden auch Ottmar Frenger und Gerhard Theis. Jürgen Kind wird dem Vernehmen nach wieder kandidieren. Über die Zulassung der Bewerber für die Wahlen zum Aufsichtsrat entscheidet der FCK-Ehrenrat unter Vorsitz von Michael Koll am 15. November.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 12

  • Benutzer-Avatarbild
    nehmen wir ein paar Sachen mal nüchtern auseinander.1. Die wirtschaftliche Gesamtsituation in der 1. und 2, Liga hat sich so entwickelt, dass du ohne Fremdkapital so zwischen Ende der 2. und Mitte der 3. Liga dümpelst. Das ist hier jedem bekannt. Das…
  • Benutzer-Avatarbild
    die letzten 15 Jahre immer, deswegen stehen wir so da.
  • Benutzer-Avatarbild
    Zitat von apo696: „Ich für meinen Teil verzichte dankend und gehe dann lieber mit dem Verein den ich noch kenne in den Amateurfußball, bzw. suche mir ein völlig anderes Hobby wenn es ihn nicht mehr gibt.“ Das sehe ich ganz genauso ... ich wäre…
  • Benutzer-Avatarbild
    Nö, ich habe gehört, dass der Investor den FCK für 1€ vom Verein abkauf und dafür alle Schulden übernimmt. Den wir Mitglieder sind ja mit nem Euro gut zu locken * dies war Ironie*
  • Benutzer-Avatarbild
    Wahrscheinlich verscherbeln diese Nichtsnutze den Verein für ne Million an so einen Top-Sponsor wie "Top12". Ich erwarte von diesem Vorstand nichts mehr. Jedenfalls nichts Gutes.