• FCK-Sportdirektor Notzon sucht nach Verstärkungen – Moritz und Co. wollen sich an positiven Ansätzen hochziehen

    Man kann auch mit weniger Geld besser funktionierende Mannschaften bauen als die des 1. FC Kaiserslautern. Das beweisen in der aktuellen Zweitliga-Saison der forsche Neuling Holstein Kiel und einmal mehr der FC Erzgebirge Aue. Der FCK ist mit trostlosen sieben Punkten Letzter.
    Sieben Punkte Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz, fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz – das hat nach 13 Spieltagen schon was von einem vergessenen Passagier, der dem abgefahrenen Zug ratlos hinterherschaut. „Wir müssen uns an dem Positiven hochziehen“, sagt hingegen Nicklas Shipnoski. Der 19-Jährige kam mit acht vom SV Kirchheimbolanden zu seinem Herzensverein. Aus dem Fan wurde ein Profi. Am Freitag im Spiel gegen den uninspiriert fast 90 Minuten auf Zeit spielenden VfL Bochum verhinderte das Lattenkreuz sein goldenes Tor. Shipnoski – einer der jungen Hoffnungsträger in der Mannschaft, die so viel Hoffnungslosigkeit verbreitet.

    Das von Trainer Jeff Strasser verordnete 5-4-1 brachte Ordnung in die Lauterer Defensive. Mit energischem Attackieren, entschlossener Zweikampfführung und laufintensivem Verengen des Spielraumes wurde die VfL-Offensive weitgehend kaltgestellt. Da überzeugte Stipe Vucur als Kopf, da bewies Patrick Ziegler sein Kämpferherz. Wenn er nur diese gravierenden Fehlpässe aus seinem Repertoire streichen könnte ...

    „Aus der Situation, aus der wir kommen, war das ein Schritt nach vorn“, sucht auch Christoph Moritz Mut machende Ansätze. Des Trainers Taktik ging defensiv auf, offensiv nicht, weil Manfred Osei Kwadwo und Joel Abu Hanna zwei sogenannte Hundertprozentige vom Scheitel gaben. Zwei Chancen, die man nutzen muss! Das System, das Jeff Strasser der Mannschaft nach dem Tag der offenen Tür in Regensburg verordnete, war der Not, nicht dem eigenen Trieb geschuldet. Sebastian Andersson ist bei so wenig Ballbesitz mehr erster Verteidiger als erster Angreifer. Seine Kopfballstärke konnte er nur bei den sieben Eckbällen einsetzen. Die zehn Flanken, die kamen, waren nicht optimal für den Abnehmer.

    „Wir haben relativ viel investiert. Wir hätten heute schon einen Sieg verdient gehabt“, trauert Kapitän Moritz den verpassten Punkten nach, die gut für die Seele und segensreich fürs Punktekonto gewesen wären. „Wir haben sehr viele Verletzte im Moment. Das vereinfacht das Ganze nicht“, betont Jeff Strasser.

    Sportdirektor Boris Notzon weiß, dass er der Hauptverantwortliche für den Kader ist. Die Namen verheißen mehr, als sich real in der Tabelle widerspiegelt. Klar, da fehlt Marcel Correia verletzt, der erkoren war, Vorjahres-Stabilisator Ewerton zu ersetzen. Auch Mads Albaek, Daniel Halfar und Kacper Przybylko sind lädiert, am Freitag schieden Joel Abu Hanna und Benni Kessel angeschlagen aus.

    Nun versucht Notzon, im Winter nachzubessern. Einen Soforthelfer auf der Resterampe arbeitsloser Berufskicker zu finden, daran glaubt der Lauterer Sportchef eher nicht. Für die letzten 15 Spiele ab Januar will er einen oder zwei Nothelfer holen. Auch in der Bundesliga sieht er Möglichkeiten. Der Neue soll nicht jünger als 24 sein, Deutsch sprechen und wissen, wo des Gegners Tor steht.

    Sieben Punkte – Platz 18: Der FCK erlebt die schlimmste sportliche Krise seiner Geschichte, die vor 117 Jahren begonnen hat und nicht 2018 enden soll. Jeff Strasser und sein Trainerteam wollen die Krise besiegen. In der Länderspielpause heißt es: Training, Training, Training.

    „Schwerpunktmäßig vorantreiben wollen wir unser Offensivspiel. Aus der Kompaktheit, die uns eine gewisse Sicherheit gab, müssen wir versuchen, offensiv mehr Akzente zu setzen. Obwohl wir gegen Bochum ausreichend Chancen hatten ...“, sagt der Kaiserslauterer Coach.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

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