• Der 1. FC Kaiserslautern kann auch den wenig inspirierten VfL Bochum nicht schlagen.

    Das 0:0 hilft tabellarisch kein bisschen weiter. Der letzte Platz scheint in Beton gegossen.
    ​ Bitter lächelnd resümierte Christian Hochstätter das Treiben, das er in den 90 Minuten auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions gesehen hatte. „Ein Fußballspiel mit wenig Fußball“, bemerkte der Sportdirektor des VfL Bochum trefflich.

    Der 1. FC Kaiserslautern bot noch den etwas besseren Sport als Hochstätters VfL, er warf auch die größere Portion Kampfesmut in die Partie. Der Vortrag aber reichte gegen die auf Schadensvermeidung bedachte Bochumer Elf nur zu einem 0:0. Die Chancen waren vorhanden, um den zweiten Sieg in der nun 13 Spieltage alten Zweitliga-Saison zu erringen. Manfred Osei Kwadwo und Joel Abu Hanna mussten ihre Kopfbälle zwingend in Treffer ummünzen, Nicklas Shipnoski ließ mit einem Schuss aus 25 Metern den Querbalken erzittern.

    Es ist der Verletzungsnot geschuldet, dass die Zahl an Grünschnäbeln in Reihen des FCK in diesen Tagen sehr hoch ist. Und so paart sich ungestüme Juvenilität mit einer prekären Tabellensituation. Dabei weiß ein jeder: Junge Spieler entwickeln sich deutlich besser in einem ruhigen Umfeld, mit nur wenig Druck, an der Seite erfahrener Recken, die nicht mit sich selbst und ihren eigenen Fehlern beschäftigt sind. Deren Riege ist bei den Roten Teufeln überschaubar klein.

    Die Jungen müssen den Karren ziehen. Dabei hätten sie doch so viel zu lernen. Osei Kwadwo etwa mochte den ganzen Betzenberg in Grund und Boden rennen, er gab alles – doch sobald er in die Nähe des Strafraums kam, verhaspelte er sich bei seinem Tun, ob er flankte oder den Abschluss wagte. Viel Aufwand, kein Ertrag. „Es sind zwei verlorene Punkte. Aber, wir müssen schauen, wie wir gespielt haben“, sagte Nicklas Shipnoski. „Es war eine Steigerung. Ich bin überzeugt, dass wir bald auch das nötige Glück haben und die nächsten drei Punkte einfahren.“ In allen Mannschaftsteilen habe der FCK kompakter agiert, niemand könne der Elf den Willen absprechen. „Das ganze Auftreten war besser.“ Nur: „Der Ball ist halt nicht reingegangen. Das war auch Unvermögen. In der ersten Halbzeit hast du zwei klare Torchancen, die musst du reinmachen, dann gewinnst du hier.“

    Shipnoski selbst spielte gut. Mutig. Dem Lohn für diese Leistung stand die Latte im Weg. „Es passt, dass das Ding nicht im Winkel einschlägt“, befand der 19-Jährige, „es bringt aber nichts, wenn wir weiter negativ denken.“ Der routinierte Patrick Ziegler sagte: „Das Wichtige war, dass wir Mentalität gezeigt haben, dass wir uns in die Zweikämpfe geworfen haben, defensiv alle mitgemacht haben. Es ist mir tausendmal lieber, dass wir so ein Spiel vielleicht nicht gewinnen, als dass wir gegen Regensburg so verlieren, auch mit dieser Art und Weise.“

    Mentalität allein wird den Klassenverbleib nicht garantieren. Dazu braucht es (siehe Christian Hochstätter) auch Fußball. Tore. „Dass wir vorne nicht die Durchschlagskraft haben, ist ja schon länger bekannt. Daran müssen wir alle arbeiten. Es hilft ja nix“, sagte Ziegler. Die Bilanz ist furchtbar. Acht Treffer in 13 Spielen. Schnitt: 0,62.

    Bei allem Torhunger darf die Balance nicht verloren gehen. „Wenn wir aufmachen, draufgehen und unsere Stabilität aufgeben, verlieren wir am Ende vielleicht 0:1“, sann Ziegler. „Und dann heißt es: Wie blöd sind wir?“ Der FCK steckt in der Zwickmühle. Und eines darf man nicht vergessen: Der VfL Bochum ist zurzeit wahrlich keine Übermannschaft.

    Nach dem Spiel am Freitag hatte die Polizei den Zugang zum Betzenberg zeitweise gesperrt. Grund dafür waren FCK-Ultras, die vor dem Stadion auf die Mannschaft warteten und eine Aussprache wollten. Laut Polizei handelte es sich um etwa 100 Personen. Es kam zu keinerlei Gewalt oder Krawallen. Allerdings sei ein Ordner leicht verletzt worden, als ein Fan ein Tor aufdrückte. Die Situation verlief ruhig.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz am Sonntag

Kommentare 7

  • Benutzer-Avatarbild
    Wer soll dem verein Hoffnung machen? ich würde mir wünschen das wir nun die Vorbereitungen treffen auf einen vernümpftigen Abgang aus dem Profifußball. Dann ist auch ein Neuanfang möglich.
  • Benutzer-Avatarbild
    Deswegen sollte jetzt im sportlichen Bereich gehandelt werden. Ich denke da an Personen, die dem Verein wieder Hoffnung eintaucht... Und ich rede nicht von einem Trainerwechsel. Definitiv kann man so nicht weitermachen.
  • Benutzer-Avatarbild
    Ich denke das wir dieses Jahr ein ziemlich hoffnungsloser Fall sind. Weil die Mannschaft nicht zusammenpasst, weil die falschen Spieler über Jahre hinweg geholt wurden, weil keiner mal dazwischen haut, weil scheinbar immer noch viele den Ernst der Lage…
  • Benutzer-Avatarbild
    Der Sinn und Zweck und das Ziel des Spiels war es einen Dreier zu holen.Ziegler labert so einen Dreck echt.Das zeigt mir wieder mal die Einstellung der Spieler.In den Köpfen schweben Gedanken wie besseres Spiel zeigen oder eine Torchance erspielen.Das…
  • Benutzer-Avatarbild
    Zitat von dirtdevil: „Zitat von p.ziegler: „Es ist mir tausendmal lieber, dass wir so ein Spiel vielleicht nicht gewinnen, als dass wir gegen Regensburg so verlieren, auch mit dieser Art und Weise.““ was für ein schwachsinn“ Dee er hat den…