• Der 1. FC Kaiserslautern gastiert morgen beim FC St. Pauli – Halfar fraglich – JHV am 3. Dezember

    VON ANDREAS BÖHM

    Kaiserslautern. Hells Bells. Höllenglocken. Mit der Anfangssequenz jenes Liedes, das die australische Rockband AC/DC einst schrieb, werden die Fußballmannschaften am Hamburger Millerntor traditionell auf den Stadionrasen geleitet. Auch der 1. FC Kaiserslautern, wenn er morgen Abend (ab 18.30 Uhr) im Spiel der Zweiten Fußball-Bundesliga beim FC St. Pauli gastiert.
    Im Grunde kann es für Jeff Strasser keinen schöneren Ort für sein Auswärtsdebüt als Cheftrainer der Roten Teufel geben als die Heimspielstätte der Hanseaten. Diese stimmungsvolle Kultarena, in der sich das „Betze“-Gefühl so wunderbar simulieren lässt. Strasser hat denn auch zwei Statistiken parat, welche die Hoffnung auf einen Erfolg in der Ferne nähren sollen. Erstens: Der auf Tabellenrang sechs notierte FC St. Pauli hat die vergangenen beiden Heimspiele verloren. „Im Französischen gibt es ein schönes Sprichwort: Niemals zwei, immer drei“, sagt Strasser lächelnd. Will meinen: Liebe Freunde aus dem Hamburger Amüsierviertel, das Bierchen muss erneut auch ohne Punkte schmecken. Zweitens: Kein anderes Zweitligateam hat mehr Treffer des FCK geschluckt als die Kiez-Kicker, 30 in 16 Partien. Dass der FC St. Pauli in den zurückliegenden fünf Spielen gegen Kaiserslautern 13 von 15 Zählern verbuchte, ist Strasser nicht präsent – oder er verschweigt es geflissentlich.

    Der 3:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth hat dem zuvor kauernden FCK zu einer aufrechten Haltung verholfen. Dank des ersten Saisonerfolges verließ Strassers Elf den letzten Platz des Klassements. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt. „Zuvor war das Klima bei uns auch in Ordnung. Doch wenn man gewinnt, ist die Stimmung in der Kabine natürlich immer besser“, sagt Christoph Moritz.

    Der 27 Jahre alte Mittelfeldakteur spielt in Strassers Gedanken eine große Rolle. Als „aggressiver Leader“, als Fixpunkt mit der Erfahrung von 96 Bundesligaeinsätzen. Die länderspielbedingte Pause kam für Moritz zur rechten Zeit: „Meines Erachtens hat uns das gut getan, wir konnten an zwei Tagen doppelt trainieren. Und jede Einheit bringt uns weiter.“ Die erste pflichtspielfreie Woche nutzte Strasser zum besseren Kennenlernen seiner Schützlinge. Konditionsarbeit und Taktikschulung standen im Vordergrund, dazu das Spiel bei Ballbesitz, das beim 4:0-Testsieg gegen CS Fola Esch gefragt war. Die zweite Woche dient nun dazu, den Plan für die kommende Pflichtaufgabe zu verfeinern, herauszufiltern, wie die „in der Breite sehr gut aufgestellten“ Paulianer zu bezwingen sind.

    Das Personal hierfür wird sich in Relation zum Duell mit Greuther Fürth kaum verändern. Kacper Przybylko und Mads Albaek sind Langzeitrekonvaleszenten, Albaek immerhin werde langsam an die Belastung herangeführt, so Strasser, „man muss abwarten, wie er darauf reagiert.“ Patrick Ziegler dürfte ob muskulärer Probleme ausfallen, ein Einsatz des an der Achillessehne lädierten Daniel Halfar erscheint unwahrscheinlich. Torwart Marius Müller ist von einem Infekt genesen. Die Tage bis zum Spiel müssten ihm genügen, um zwischen den Pfosten zu stehen und fit den Höllenglocken am Millerntor zu lauschen. Vielleicht wird’s ja doch ein himmlisches Gebimmel für den von 2000 Fans begleiteten FCK, dessen Jahreshauptversammlung am 3. Dezember stattfinden wird. Dies wurde gestern öffentlich.
    Quellen
      • Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 2

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    Ich finde es auch gut das Strasser unsere Stärken hervorhebt anstatt mit der "brutalen Qualität" des Gegners schon für eine Niederlage vorbeugt. ​So soll es sein, "Ärmel hoch un dewedderhalde" Übersetzung auf Deutsch: Ärmel hoch krempeln und…
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    lange her, dass hier ein Trainer nicht von der unglaublichen Qualität des Gegners gesprochen hat, oder sich 4 Spieltage vor Schluss bei zu 90% aufgestiegen in die Hose gesch....hat, oder rumdrucksend ,ohne Siegermentalität vermittelnd und lustlos auf…