• FCK-Vorstand will Pannen abstellen – Stadionverbot für Flitzer – Polizei bittet um Verständnis für ihr Sicherheitskonzept


    Wenn einer eine Fußballreise tut, dann kann er was erzählen. Vor allem wenn’s auf den Berg der Berge geht. Bevor das erste Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison gegen Darmstadt 98 auf dem Betze begann, durchaus ansehnlich wurde, gab’s manche Ungereimtheit und viel Ärger. Auch die Heimfahrt war nicht für alle ein Vergnügen. Auch da gab’s Verdruss.

    Das „Kreiselkonzept“ der Kaiserslauterer Polizei, aus Sicherheitsgründen ausgetüftelt, um durch Sperrungen am Elf-Freunde-Kreisel zwischen Hauptbahnhof und Fritz-Walter-Stadion direkte Begegnungen rivalisierender Fangruppen zu vermeiden, ist nach Einschätzung der Verantwortlichen durchaus wirkungsvoll. Für Bahnreisende aus der Vorder- und Südpfalz aber wurde es mal wieder zum Problem. Die Polizei in Kaiserslautern bestätigt, dass durch die etwa 30-minütige Sperrung der Bremer Straße Fans ihren Zug verpasst hatten. In Absprache mit der Bahn sei ein Ersatzzug eingesetzt worden, dennoch hätten Fans diverse Anschlusszüge bedauerlicherweise verpasst.

    Die Polizei versichert, Lösungen zu suchen: Kürze Sperrzeiten, frühere Hinweise ja, auf Sperrungen aber kann sie aus Sicherheitsgründen nicht verzichten. Die Trennung der Fangruppen sei die einzige Möglichkeit, Schlägereien und Verletzte zu vermeiden. Schlimm genug, dass das Alltag ist! Schlimm genug, dass das Fußball ist! Schlimm genug, dass Hirnlosigkeit Steuergeld verschlingt!

    Am Freitag sei es letztlich nur friedlich geblieben, weil Gruppen von FCK-„Fans“ von der Polizei vom Messplatz ferngehalten werden konnten. Dort parkten „Lilien“-Fans und Busse aus Darmstadt. Das sind bedauerliche Tatsachen, traurige Begleiterscheinungen, die Schattenseiten des Fußballs. Dazu gehören Saufereien, Scherben, wildes Urinieren, Verunglimpfungen des Gegners, Fäkalsprache. „Wir sind uns bewusst, dass der Großteil der Fans (99 Prozent) keine Schlägerei will, aber von solchen Maßnahmen mit betroffen ist“, schreibt die Polizei und bittet um Verständnis. Und wer dann, wie Markus Klehr aus Karlsruhe, mit dem reichlich verspäteten Zug aus Kaiserslautern in Neustadt landet, wo es keinen Anschluss mehr gibt, ist sauer.

    Sauer waren Dauerkartenkäufer, denen das Ticket vom FCK bis zum Spieltag noch nicht zugestellt worden war. Dass das neue Zugangssystem dann bei den Dauerkarten nicht funktionierte – peinlich. Der FCK-Vorstand versichert, das System mehrfach getestet zu haben. „Der Barcode konnte nicht gelesen werden, bis zum nächsten Spiel wird aber das ganz sicher funktionieren“, sagte FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf gestern. Anders als bei den Testläufen sei das System am Spieltag voll belastet worden, und da traten die Probleme auf.

    Dass im Bargeldlos-Stadion nur mit der vom FCK vertriebenen Betze-Card bezahlt werden kann, erwies sich am Freitag für viele als Ärgernis. Das hatte was von Servicewüste Betzenberg! Zu wenige Verkäufer, blau gewandet und gut zu erkennen, waren unterwegs. Hatte man einen erwischt, gab’s Probleme, Dauerkarten aufzuladen. Der FCK werde da personell nachrüsten, versprach Roßkopf.

    Ärger gab’s für den Flitzer, der sich auf den Rasen verirrte und sich feiern ließ. „Für die Art der Selbstdarstellung fehlt mir jegliches Verständnis“, sagte Roßkopf. Der Flitzer wird mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt, die Geldstrafe, die der DFB verhängt, lastet der FCK dem Flitzer an.

    Der FCK-Vorstand hatte angekündigt, den durch die Justpay-Pleite geschädigten Fans beim Einkauf im Fanshop 20 Prozent Rabatt zu gewähren. Nett – wenn es den Zusatz „aber nicht für die neuen Trikots“ nicht gäbe. Ein bisschen Mogelpackung! Schade!

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    Quellen
      • Die Rheinpfalz - Pfälzische Volkszeitung

Kommentare 4

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    So Sprüche kenne ich von Prjektleitern die dann bei Lastests selbst fundamental versagen.
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    Danke, ich verzichte. Grottige Leistungen auf dem Platz, vor, während und nach Spielen in fast allen Disziplinen zu viele Unzulänglichkeiten. Die Justpay-Pleite dann auch noch mit einem 20 % Trick auf Ladenhüter uns Fans anzubieten lässt zumindest…
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    Zitat von Gonzo: „ch erinnere mich, als wir im DFB-Pokal gegen Mainz im Elfmeterschiessen verloren haben (Weiner gab den Treffer von Zandi nicht). Das war Ende 2005. (Halfar war da übrigens als 17-jähriger schon dabei.)“ erinnere mich bloß nicht…
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    Ja, das Zug-Problem kenne ich nur zu gut. Da ich jahrelang in Karlsruhe gewohnt hab, ist mir das auch oft passiert. Bei Flutlichtspielen ab 20 Uhr kannste davon ausgehen, dass du ab Neustadt nicht mehr weiter kommst. Das betrifft sogar Landauer, was ich…