• Der 1. FC Kaiserslautern legt beim 1:1 gegen Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 einen leidenschaftlichen Auftritt hin.

    Die Zuschauer auf dem „Betze“ honorieren trotz organisatorischer Pannen den großen Kampf des neu formierten jungen Teams.
    ​ Ein Schuss, ein Tor und heftiger Jubel bei den Anhängern des 1. FC Kaiserslautern: Die 39. Spielminute an diesem Freitagabend im Fritz-Walter-Stadion in der Partie der Roten Teufel gegen Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 taugte für die meisten der 30.786 Zuschauer als echter Stimmungsaufheller. Der Ärger über die Probleme beim Einlass in die Arena, als die neuen elektronischen Drehkreuze viele der knapp 13.000 Dauerkarten nicht lesen konnten, war beim 1:0 durch Daniel Halfar verflogen. Phillipp Mwene, der als rechter offensiver Außenverteidiger in der Fünfer- respektive vor der Dreierabwehrkette der Lauterer wirbelte, bereitete Halfars Schuss vor, legte dem Kapitän den Ball klug zurück. So war der Schütze des letzten FCK-Saisontores 2016/17 auch der Schütze des ersten Lauterer Treffers in der Fußball-Zweitliga-Runde 2017/18.

    Den ersten Sieg des FCK verhinderte Wilson Kamavuaka mit seinem Tor in der 72. Minute zum 1:1-Endstand. Die besten Gelegenheiten zum zweiten Treffer für die kampf- und laufstarken Lauterer, die beherzt konterten, hatten die eingewechselten Manfred Osei Kwadwo (74.) und Christoph Moritz (90.+3). „Wir hätten da ein bisschen mehr Ruhe vor dem Tor haben müssen“, sagte FCK-Trainer Norbert Meier, „aber insgesamt war es eine ordentliche Leistung der gesamten Mannschaft.“

    Der FCK, mit sechs Neuzugängen in der Startelf, präsentierte sich mit dem neuen alten, aus der vorigen Saison bekannten Defensivsystem deutlich stabiler als am vergangenen Sonntag bei der 0:3-Auftaktschlappe in Nürnberg. „Wir haben im Vergleich zum ersten Saisonspiel zwei bis drei Schritte nach vorne gemacht“, sagte der dänische FCK-Zugang Mads Albaek, der im jungen Gino Fechner einen starken Nebenmann auf der Doppelsechs im zentralen Mittelfeld hatte.

    Torschütze Halfar, der mit dem quirligen, ballfertigen Baris Atik das offensive Mittelfeld belebte, musste zehn Minuten vor Schluss nach enormem Laufpensum mit Krämpfen in beiden Waden ausgewechselt werden. Der Kapitän betonte: „Es war wichtig, dass wir als Mannschaft eine Reaktion auf das Nürnberg-Spiel gezeigt haben. Was das Läuferische und Kämpferische angeht, können wir sehr zufrieden sein. Klar – spielerisch haben wir Luft nach oben.“ Benjamin Kessel meinte nach dem ersten Auftritt nach seiner Rückkehr zum FCK: „Es war wichtig, dass wir nach der Niederlage in Nürnberg Stabilität reingebracht haben.“ Der 29-Jährige bildete mit Stipe Vucur und Robin Koch ein weitgehend sattelfestes Dreier-Abwehrzentrum. „Die Fans haben uns super angefeuert, die Reaktion der Zuschauer war top, und wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir haben den Fußball gespielt, den die Leute hier sehen wollen.“

    Ungeachtet der Probleme des FCK bei der Stadionorganisation – auch rund um die neue Bezahlkarte „Betzecard“ gab es vor allem wegen Personalknappheit Pannen – feierten die Fans ihre kampfstarken Roten Teufel. Obwohl mehr möglich war als das 1:1. Und FCK-Torwart Marius Müller? Der erlebte nach seinen Fehlern in Nürnberg und den Beschimpfungen durch einige Fans nun viel Unterstützung. „Ich bin beim Warmmachen empfangen worden, als hätte ich gerade die Weltmeisterschaft gewonnen“, sagte Müller begeistert. „Und nach dem Abpfiff haben mir die Fans gleich applaudiert. Es hat gutgetan.“
    Quellen
      • Rheinpfalz am Sonntag

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